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Johann Bernhard Bach

Ouvertüren

L’Achéron, Franҫois Joubert-Caillet

Ricercar/Note 1 RIC373
(76 Min., 3/2016)

Unbekanntes aus der weitverzweigten Bach-Dynastie präsentiert uns das Ensemble L’Achéron unter Leitung von Franҫois Joubert-Caillet: Johann Bernhard Bach, Organist in Eisenach, hinterließ ähnlich wie sein berühmter Verwandter und Zeitgenosse Johann Sebastian insgesamt vier Ouvertüren für Orchester. Es handelt sich dabei genauer gesagt um Suiten, also Folgen von stilisierten Tanzsätzen – der Titel „Suite“ war aber in Deutschland nicht in Gebrauch.
Die Überlieferungssituation der Stücke ist kompliziert: Sie fanden sich an unterschiedliche Orten, u.a. im Nachlass von Carl Philipp Emanuel Bach und in der „Sammlung Hering“ aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Kopien von Stimmen existieren aber auch in weiteren Abschriften, einige davon entstanden im engeren Umkreis Johann Sebastians: Er selbst und einige seiner Schüler konnten als Kopisten identifiziert werden. Die Stücke waren also durchaus verbreitet – aber über ihre Entstehungszeit und den Anlass der Komposition wissen wir gar nichts.
Und so umwehen noch einige Geheimnisse diese Stücke, die uns von den hervorragenden, historisierend musizierenden Instrumentalisten um Franҫois Joubert-Caillet erstklassig dargeboten werden; auch um die Instrumentierung hat man sich im Rahmen der Vorbereitung dieser Einspielung einige Gedanken gemacht. Und so sind diese reizenden Ouvertüren, liebevoll und detailverliebt interpretiert, für den interessierten Hörer ein reiner Genuss.

Michael Wersin, 07.01.2017



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