Responsive image
Giaches de Wert, Luca Marenzio, Luzzasco Luzzaschi, Carlo Gesualdo, Luca Marenzio, Sigismondo d’India

L’arte del madrigale

La Venexiana, Claudio Cavina

Glossa/Note 1 GCD 920930
(1997-2009) 9 CDs

Madrigale ohne Ende: Mit einem bunten Strauß unterschiedlichster Werke aus dieser einzigartigen Gattung der Übergangszeit von der Renaissance zum Frühbarock präsentieren die Vokalisten von „La Venexiana“ gleichzeitig einen Querschnitt ihrer eigenen Aufnahmegeschichte: Zwischen 1997 und 2009 entstanden – bei erstaunlich konstanter Sängerbesetzung – die Einspielungen der neun CDs dieser Box.
Darunter finden sich mit dem vierten und fünften Madrigalbuch Don Carlo Gesualdos einige der extremsten expressiven Nummern des Repertoires; sie werden den klassischen Stücken eines de Wert, Marenzio oder Luzzaschi gegenübergestellt und durch die etwas querständigen Elaborate Sigismondo d’Indias, der mit seinem ersten und dritten Buch vertreten ist, kontrapunktiert. Ein Beihefttext gibt Überblick über die Genese des Repertoires. Etwas versteckt sind auch sämtliche Madrigaltexte samt Übersetzungen mitgeliefert: Sie befinden sich als PDF-Dateien auf der ersten CD. Der Hinweis auf diese Dateien ist in winziger Schreibschrift auf der Rückseite der Box (weiße Schrift auf schwarzem Grund) untergebracht; ihn zu finden, erfordert etwas Detektivarbeit.
Die Gesangsleistungen der Italiener um den Counter Claudio Cavina lassen die Verwunderung über die verborgenen Texte immerhin schnell vergessen: Es ist erstaunlich, wie mit solch unbeirrbarer Konstanz die Gruppe ihr Niveau über mehr als ein Jahrzehnt halten konnte! Unbestechliche Intonationsreinheit, überzeugende Textnähe ohne jegliches „Overacting“, jugendlich-elegantes Timbre – „La Venexiana“ ist (und bleibt hoffentlich noch lange!) ein absolutes Spitzenensemble!

Michael Wersin, 07.01.2017



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Musik vom Land, statt Musikland: Wenn man sich die britische Musikgeschichte so anschaut, scheint an tatkräftigen Stimmen aus den eigenen Reihen zwischen Henry Purcell und Edward Elgar ein riesiges Loch zu klaffen. Ein Loch, in dem sich vor allem zugereiste Berühmtheiten tummelten, von Händel und Haydn über Mendelssohn bis Weber – die sich übrigens in London alle pudelwohl fühlten! Die Rede vom „Land ohne Musik“ ist ein geflügeltes Wort, seit Oscar Schmitz 1904 seinen Aufsatz zu […] mehr »


Top