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Orlando di Lasso, Adrian Willaert, Cipriano de Rore, Josquin Desprez, Jacques Arcadelt, Jachet de Mantua, Mabriano de Orto

Imago. Virgilio nella musica del Rinascimento

De Labyrintho, Walter Testolin

Stradivarius/Note 1 STR37065
(59 Min., 3/2016)

Dass im Zeitalter der Renaissance weltliche Texte nicht nur zeitgenössischer, sondern auch antiker Dichter vertont wurden, gehörte zum Programm: Ziel war die Wiederbelebung der Antike; inwieweit sich die Meister der Renaissance schon selbst darüber im Klaren waren, dass sie bei all dem begeisterten Adaptieren und Restituieren des Alten aber eigentlich weltbewegend Neues schufen, ist nicht zu klären – man denke etwa an die diesbezüglichen „Missverständnisse“, die zur Begründung der ganz neuen, in der Folge sagenhaft erfolgreichen Gattung Oper führten.
Das Zusammenbringen der lateinischen Poesie Vergils mit der vokalpolyphonen Stilistik ist eines jener Abenteuer, die die Musiker der Renaissance unternahmen – und es ist nicht zum ersten Mal Gegenstand einer CD-Veröffentlichung. Walter Testolin und sein Ensemble „De Labyrintho“ widmen sich diesem Genre mit einem hohen Maß an Konzentration und großer Könnerschaft in puncto Erkundung der verschlungenen melodischen Pfade sowie der im Miteinander der Linien entstehenden Zusammenklänge. Behutsam werden auch Instrumente in das hauptsächlich vokale Repertoire eingeführt. Das Ergebnis ist ein ebenso eindringliches wie gleichzeitig auch stilles Programm herrlicher Stücke der größten Meister, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit Vergils Texten auseinandergesetzt haben. Zu erkennen, wie tiefgründig diese Auseinandersetzung ist, erfordert intensive Beschäftigung mit Text und Musik. Es lohnt sich, inspiriert durch die kompetente Wiedergabe an dieser Stelle tiefer einzusteigen und die Musik mit dem Beiheft in der Hand zu hören.

Michael Wersin, 18.02.2017



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