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Sigismund Neukomm

Marche funèbre, Miserere, Missa di Requiem „ à la mémoire de Louis XVI“

La Grande Écurie et la Chambre du Roy, Chœur de Chambre de Namur, Jean-Claude Malgoire u.a.

Alpha/Note 1 ALP966
(62 Min., 1/2016)

Sigismund Neukomm (1778-1858) war nicht nur ein enorm fleißiger Komponist (rund 2000 Werke sind von ihm überliefert). Der gebürtige Salzburger ist auf seinem beruflichen Weg gehörig rumgekommen: Von Russland zog es ihn nach Rio de Janeiro, und auch in Afrika soll er einige Zeit verbracht haben. Sein eigentliches berufliches Zentrum war aber Paris, wo er u.a. im Dienste des Fürsten Talleyrand stand. Der musikalische Nachlass des „Ritters der Ehrenlegion“ Neukomm spielt heute kaum eine Rolle – wenngleich sich immer wieder solche prominente Repertoire-Trüffelschweine wie Jean-Claude Malgoire für ihn eingesetzt haben. So brachte der französische Barockspezialist schon 2008 eine Einspielung eines Requiems heraus, das Neukomm 1815 aus der Schublade gezogen und im Rahmen des Wiener Kongress uraufgeführt hatte. Gewidmet war es ursprünglich Neukomms Lehrern und Mentoren Michael und Joseph Haydn. Doch die Aufführung sollte nun an den Tod von Ludwig XVI. erinnern, der 1793 in Paris unter der Guillotine starb.
Jetzt also hat Malgoire mit seinem Alte Musik-Orchester La Grande Écurie et la Chambre du Roy einen zweiten Rehabilitationsversuch dieses „Requiem à la mémoire de Louis XVI“ unternommen und wie schon damals dem Hauptwerk einen tonnenschweren Trauermarsch sowie das „Miserere mei, Deus“ vorangestellt. Dass die Aufnahme als „Weltersteinspielung“ angekündigt wird, liegt lediglich an einer Neufassung der Partitur, die auf das in der französischen Nationalbibliothek archivierte Faksimile zurückgeht. Beeindruckend ist in jedem Fall dieser unerbittlich beklemmende Ton, der das gesamte Werk durchzieht und ständig Rückbezüge zu Neukomms eigentlichem Idol Mozart und dessen Requiem herstellt. Zusammen mit einem großartigen Solistenquartett sowie dem versierten Kammerchor aus Namur setzt Malgoire so ein Ausrufezeichen hinter einen Komponisten, mit dem man sich vielleicht doch mal noch näher beschäftigen könnte.

Guido Fischer, 18.02.2017



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