Responsive image
Gioachino Rossini

Sì, Sì, Sì, Sì (Opernarien und Duette)

Marie-Nicole Lemieux, Patrizia Ciofi, Julien Véronèse, Chœur del Opera et Orchestre national de Montpellier Occitanie, Enrique Mazzola

Erato/Warner 0190295953263
(79 Min., 12/2015)

Ok, in Frankreich ist die zum Alt neigende kanadische Mezzosopranistin Marie-Nicole Lemieux eine feste Sangesgröße. In Deutschland kennt man sie kaum und wenn, dann vorwiegend als verlässliche Barockinterpretin. Einige Solo-CDs mit Klavier- wie Orchesterliedern und Opernarien erschienen bei Cyprès und zuletzt bei naïve. Jetzt ist sie bei Erato gelandet, wo man den Mitschnitt eines Konzerts in Montpellier vom Dezember 2015 veröffentlicht hat. Da mag sie auch im Titel mit viermaligem „Sì“, darauf bestehen, dass Rossini ihr Ding sei, das Hören überzeugt nicht wirklich. In meistenteils Standardtiteln aus „Barbier von Sevilla“, „Tancredi“, „Semiramis“ oder „Italienerin in Algier“ klingt die Stimme der erst 42-Jährigen bereits seltsam quallig und verbraucht, oben spitz und unten mulmig. Sie hat nicht die profunde Tiefe einer Ewa Podleś, nicht das Koloraturfeuerwerk eines Franco Fagioli und schon gar nicht die geistvoll gestalterische Eloquenz einer Joyce DiDonato. Gerade in diesem Fach ist die Konkurrenz groß und stark. Da mag sich Enrique Mazzola am Pult des Orchestre national de Montpellier Occitanie samt Opernchor um stilistische Feinzeichnung und pfeffrige Rhythmik mühen, und auch die auf CD faserig weißlich tönende Patrizia Ciofi kann als Sopranpartnerin in drei Duetten wenig Positives beisteuern. Nicht einmal das zugegebene „Duetto buffo di due gatti“ hat wenigstens katzenschnurrvergnügten Schräg-Charme.

Matthias Siehler, 01.04.2017



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Musik vom Land, statt Musikland: Wenn man sich die britische Musikgeschichte so anschaut, scheint an tatkräftigen Stimmen aus den eigenen Reihen zwischen Henry Purcell und Edward Elgar ein riesiges Loch zu klaffen. Ein Loch, in dem sich vor allem zugereiste Berühmtheiten tummelten, von Händel und Haydn über Mendelssohn bis Weber – die sich übrigens in London alle pudelwohl fühlten! Die Rede vom „Land ohne Musik“ ist ein geflügeltes Wort, seit Oscar Schmitz 1904 seinen Aufsatz zu […] mehr »


Top