Rezensionen der Woche

19. — 25.Juli 2014

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Klassik

Diverse

Rival Queens

Simone Kermes, Vivica Genaux, Cappella Gabetta, Andrés Gabetta

deutsche harmonia mundi/Sony 88843023662
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Francis Poulenc

Stabat Mater, Sept répons de ténèbres

Carolyn Sampson, Estnisches Nationales Sinfonieorchester, Cappella Amsterdam, Estnischer Philharmonischer Kammerchor, Daniel Reuss

harmonia mundi HMC 902149
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Franz Schubert

Nachtviolen (Lieder)

Christian Gerhaher, Gerold Huber

Sony 88883712172
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Michael Haydn

Divertimenti

Piccolo Concerto Wien

Note 1/Accent ACC24292
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Philippe de Monte, Jean Guyot, Jacobus Vaet, Jacob Regnart

Amorosi pensieri (Lieder für den Habsburger Hof)

Cinquecento

Hyperion/Note 1 CDA68053
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Robert Schumann, Heinz Holliger

Aschenmusik

Heinz Holliger, Anita Leuzinger, Anton Kernjak

ECM/Universal 4810957
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Roger Hanschel

Music For Saxophone and String Quartet In 7 Movements

Roger Hanschel, Auryn Quartet

Tacet/Musikvertrieb Johannes Gebhardt TACET 211
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CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der
RONDO-Redaktion

Des Menschen Herz sehnt sich einfach nach melodramatischen Sujets: Was die Biografik im Jahrhundert nach Wolfgang Amadeus Mozarts Tod an süßlichen Anekdoten über seine angeblich so bitteren Wiener Jahre als verkanntes, verarmtes Genie gesponnen hat, klebt noch immer wie Zuckerwatte vor der Linse unvoreingenommener Werkbetrachtung. Der Musikforscher Christoph Wolff hat hingegen kürzlich in einem Buch untermauert, dass das Lebensgefühl des Salzburgers in der Hauptstadt wahrscheinlich viel aufstrebender war. "Vor den Pforten meines Glückes" wähnte sich Mozart, angekommen in Wien, angestellt am Kaiserhof, und - wie Wolff nachweist - bemüht, in seiner Musik einen imperialen Stil zu etablieren. Kompositorisch selbstbestimmt klingt auch die These, die Nikolaus Harnoncourt mit seinem Concentus Musicus nun vertritt: Die drei letzten, ohne Kompositionsauftrag in nur gut zwei Monaten hintereinander weg komponierten Sinfonien sind nicht etwa das Röcheln eines Genies, das mit sterbender Hand nach dem Himmel reicht, sondern ein ehrgeiziges Projekt - ein Instrumental-Oratorium. Die Motivbezüge und enge Verwandtschaft hat schon Peter Gülke nachgewiesen, nun erklärt Harnoncourt die drei Werke zu einer in sich geschlossenen, dreiteiligen Handlung für Musik, eine freimaurerisch inspirierte Initiation. Was konkret er selbst dem Werk an melodramatischen Sujets dabei ablauscht, will er aber nicht verraten, denn "die Musik Mozarts ist Sprache und spricht für sich."