Rezensionen der Woche

16. — 22.Juni 2012

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Klassik

Felix Mendelssohn Bartholdy

3. Sinfonie op. 56 („Schottische“)

Wiener Philharmoniker, Gustavo Dudamel

DG/Universal 479 0083
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Gioachino Rossini

Le comte Ory

Diana Damrau, Joyce DiDonato, Juan Diego Flórez, Stéphane Degout, Michele Pertusi, Maurizio Benini, Chor und Orchester der Metropolitan Opera

Virgin/EMI 0709599
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Johann Sebastian Bach, Jan Dismas Zelenka

Lamentationes

Il Gardellino, Marcel Ponseele

Passacaille/Note 1 PAS977
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Ludwig van Beethoven, Joseph Haydn, Arnold Schönberg, Alban Berg

Ferne Geliebte

Christian Gerhaher, Gerold Huber

Sony 88691 935432
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Wolfgang Amadeus Mozart

Klavierkonzerte d-Moll KV 466, C-Dur KV 467

Jan Lisiecki, Christian Zacharias, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

DG/Universal 4790061
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Wolfgang Amadeus Mozart

Klavierkonzerte d-Moll KV 466, C-Dur KV 467

Arthur Schoonderwoerd, Cristofori

Accent/Note 1 ACC24265
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Jazz

Claudio Puntin

East

Unit/harmonia mundi UTR 4320
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The Act Family Band

The Act Jubilee Concert

Act/Edel 1060152ACT
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CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der
RONDO-Redaktion

Eine soziale Einrichtung als Motor der Musikgeschichte: Antonio Vivaldi blieb dem Ospedale della Pietà in Venedig, einem Waisenhaus für höhere Töchter, bis auf wenige Reisejahre fast lebenslang als Lehrer verbunden. Er profitierte nicht nur vom rein weiblich besetzten Spitzenorchester, das stets züchtig hinter einem Gitter musizierte - was die Fantasie der zuhauf anreisenden Kulturtouristen eher erhitzte als kühlte. Das enorme Spektrum an Instrumentalfarben und die Kompetenz der für ihren Unterricht angestellten Musiker wirkte sich befruchtend auf seine Kompositionen aus. Das Studium der Oboe war an der Pietà ab 1707 hauptamtlich besetzt, und wahrscheinlich schneiderte Vivaldi einige Oboenkonzerte einer Schülerin auf's Doppelrohrblatt, die als "Pellegrina" bis zu ihrem Tod mit 77 Jahren in den Unterlagen geführt wird. Eines seiner Konzerte für Fagott gefiel dem Roten Priester offenbar so gut, dass er es (heute unter der Ryom-Verzeichnisnummer RV450) dem Oboenklang und -spielweise anverwandelte, um dann denselben Ohrwurm nochmal 1735 einer Arie seiner Oper "Griselda" zu unterlegen, so dass sich die Melodie wie musikalische DNA gleich durch mehrere seiner Schöpfungen zieht. Xenia Löffler, Oboistin der Akademie für Alte Musik Berlin, hat mit ihren Kollegen ein Album eingespielt, dass der Blütezeit ihres Instrumentes in der Serenissima des 18. Jahrhunderts nachspürt, in Werken Vivaldis, Marcellos, Portas, ergänzt um eine Neuschöpfung in barockem Geiste von Uri Rom. Und man muss ihr recht geben - so spielerisch virtuos und zugleich seelenvoll wie in den Palazzi am Canale Grande klingt die Oboe in den Konzerten der folgenden Jahrhunderte so schnell nicht wieder.