Tenderness

Kip Hanrahan


American Clave/SMD AMCL 1016-2
(0000-00-00)

Es ist nicht einfach, die Empfindungen und Gefühle, die diese Platte in mir hervorruft, in Worte zu fassen. Stilübergreifend und trotzdem irdisch - faßbar, virtuos und trotzdem rauh und ungeschliffen, voll Schweiß und Sexualität, intim und trotzdem kosmopolitisch. Ich schlage vor: Einfach die Platte hören! Sie werden in eine Welt versetzt, in der Klang nicht gleich Klang ist, sondern sich in ungeahnte Welten und in (Alb-)Traumzustände verwandelt.

Rudyard Urtecho, 31 Jahre, Jena
01.09.2014


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Dieser Mann ist ein Phänomen: Nicht erst seit der Film "Pianomania" Einblicke in die verfeinerte, ja zuweilen heikle Klangästhetik Pierre-Laurent Aimards gab, dessen Vorstellungen der hauseigene Klavierstimmer Stefan Knüpfer mit großer Hingabe zu folgen versuchte, ist der Franzose als Perfektionist bekannt. Und auch für seine Einspielung des "Wohltemperierten Klaviers I" von Johann Sebastian Bach dürfte wieder ordentlich am Instrument gefeilt worden sein. Das aber völlig zu recht, muss man zugeben, wenn man die ersten Töne des berühmten C-Dur-Präludiums hört: So fein und singend der Tonkörper des Flügels, so ist zugleich doch immer auch ein deutlicher, "knackiger" Druckpunkt auszumachen, der die Tongebung des Cembalos mit in den Klavierklang hineinnimmt. Dazu kommt Aimards ruhiger Duktus, der die Aufmerksamkeit des Hörers nicht mit virtuosem Schellenklingeln blendet, sondern - detailreich phrasiert - wie an der Hand durch die sauber gestaffelten Stimmverflechtungen und sanglichen Schönheiten dieses Tonarten-Kaleidoskops führt. Einfach bereichernd, dass Aimard - der sich vor allem als Interpret der Werke Messiaens und Boulez' seinen Namen gemacht hat - nun erstmals Bach aufgenommen hat.