Meine Platte

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in unserer Rubrik „Meine Platte“ haben Sie ab sofort wieder die Möglichkeit, Ihre Lieblingsaufnahmen vorzustellen. Egal ob Klassik oder Jazz, Schellack oder SACD, aktuelle Neuproduktionen oder vergessene Schätze aus dem Archiv: Es sind Ihnen keine Grenzen gesetzt. Einzig Ihre Meinung zählt. Sagen Sie uns und den RONDO-Lesern, warum gerade diese Aufnahme einen besonderen Platz in Ihrem Plattenschrank und in Ihrem Herzen einnimmt oder warum es unverzeihlich ist, dass unsere Autoren dieses Kleinod bislang übersehen konnten.

Unter den veröffentlichten Beiträgen verlosen wir einmal im Monat als Dankeschön eine CD/DVD aus dem aktuellen Katalog der großen Plattenlabels.

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge.
Ihre RONDO-Redaktion

Hier geht’s zum Online-Formular

Klassik

Johannes Brahms

Die vier Sinfonien

WDR Sinfonie-Orchester, Semyon Bychkov
AVIE
»

Johann Sebastian Bach

Matthäus-Passion

Karl Richter
Deutsche Grammophon
»

Diverse

por amor al arte

Cantiana
www.cantiana.de
»

Archiv


Jazz

Jiří Stivín, Michal Pavlíček, Vojtěch Havel, Klaudius Kryšpín, Iva Bittová

Status Quo Vadis

Supraphon
»

Christophe-Marguet-Trio

Résistance Poétique

Label Bleu LBLC 6582 HM 83
»

Kip Hanrahan

Tenderness

American Clave/SMD AMCL 1016-2
»

Archiv

 

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CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der
RONDO-Redaktion

Torquato Tassos Kreuzfahrerepos "Gerusalemme liberata" war im Italien des 18. Jahrhunderts so beliebt, wie den Deutschen ihre Ritter- und Heldensagen im 19. Jahrhundert. Die Gondolieri in Venedig konnten ganze Passagen auswendig rezitieren, berichtet Casanova, und auch in Rom, wo Tasso seine letzten Lebensjahre verbracht hatte, kannte man die Figuren des Epos gut, darunter vor allem den hehren Kreuzritter Rinaldo und seine Gegenspielerin, die Zauberin Armida. Georg Friedrich Händel, als blutjunger Tausendsassa nach Rom gekommen, saugte den italienischen Stil ein wie Muttermilch und verschaffte sich mit den musikdramatischen Juwelen seiner frühen Kantaten schnell die Hochachtung des römischen Adels. 1707 wurde auf einem Jagdausflug seine "Armida abbandonata" aufgeführt, die in drei Arien und zwei Accompagnati vollendet das Porträt der soeben von Rinaldo verlassenen Zauberin und ihre Seelenstürme porträtiert. Und diese Leidenschaften hat sich auch das Berner Ensemble "Les Passions de l'ame" unter Meret Lüthi zum Namensgeber erwählt. In ihrer neuen Aufnahme betten sie Händels Kantate geschickt als Epizentrum in Francesco Geminianis Ballettmusik "La Foresta incantata" (Der Zauberwald) ein, die dieser dem Epos Torquato Tassos fünfzig Jahre später abgelauscht hatte.