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Armer Big P

Vor ein paar Wochen ist Pavarotti gestorben. Prompt, als hätte sie den Augenblick herbeigesehnt, ist die Zunft der Auguren, Mythenerfinder und Kunstkontrolleure über ihn hergefallen – mit dem erstaunlichen Befund: Schipa war er keiner. Ein Lauri-Volpi auch nicht. Weder ein Martinelli noch Gigli. Auch kein Tagliavini, kein Björling, kein … Hilf Himmel! War er wenigstens ein Pavarotti? Hatte er doch diese schwindelfreie Höhensicherheit in der Stimme, die jeden Zuhörer von der Flugangst kurierte! – »Kindertrompete«, wischen die professionellen Gesangswächter den Pluspunkt beiseite. Doch seine schwerste Todsünde: Die Geldmaschine! Big P war eine Geldmaschine! Ach ja, richtig. Wo doch alle Nutznießer im Showbiz und den Medien der hehren Kunst zuliebe am Hungertuch nagen.

Karl Dietrich Gräwe, RONDO Ausgabe 5 / 2007



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