Startseite · Klartext · Pasticcio

Pasticcio

Meldungen und Meinungen aus der Musikwelt

Große Schmiererei

Kunstgegenstände werden gelegentlich beim Aufräumen zerstört; die 1988 durch eine Putzfrau entsorgte Beuys-Fettecke ist ein besonders spektakuläres Beispiel dafür. Mehr Glück hat da Ludwig van Beethoven: Obwohl er ja bekanntermaßen eine schlechte Handschrift hatte und gewöhnlich wüst in seinen Manuskripten herumtobte, hat die Bibliothekarin eines theologischen Seminars nahe Philadelphia das beim Stöbern entdeckte Originalmanuskript einer Klavierfassung der „Großen Fuge“ nicht irrtümlich für einen bedeutungslosen Schmierzettel gehalten und ins Altpapier gegeben, sondern seinen unschätzbaren Wert erkannt. Das Manuskript war seit 1890 verschollen, was insgesamt Anlass zur Hoffnung gibt: Vielleicht sind ja viele endgültig verloren geglaubte Dokumente in Wirklichkeit nur verlegt worden.

Michael Wersin, RONDO Ausgabe 6 / 2005



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Café Imperial

Unser Stammgast im Wiener Musiker-Wohnzimmer

Der Wiener Operette, je länger sie dauerte, gelangen immer verwegenere Reime: „Wie die Frau nur […]
zum Artikel »

Hausbesuch

Impuls-Festival

„Neue Musik lecker machen!“

Neue Musik für ein breites Publikum funktioniert blendend, wie man in Sachsen-Anhalt seit nunmehr […]
zum Artikel »




Top