home

N° 1253
14. - 20.05.2022

nächste Aktualisierung
am 21.05.2022



Startseite · Klang · Magazin

Magazin

Schätze für den Plattenschrank

Einladung ins Kremerland

wer sind die denn? Selbst eingefleischte Klassik-Hörer mussten vor rund zehn Jahren verdutzt stutzen, als diese Komponisten auf einer CD von Gidon Kremer auftauchten. Und wohl selbst die Chefetage seiner Schallplattenfirma dürfte im Vorfeld nicht unbedingt vor Freude jubiliert haben, angesichts eines solchen Raritätenprogramms, mit dem man es kaum in die Charts schaffen dürfte. Doch Kremer spielt seit seinem Gewinn des Moskauer Tschaikowski-Wettbewerbs 1970 nicht nur in der obersten Geigenliga, der Mann mit den markant schlanken, langen Teufelsfingern ist zugleich ein enormer Dickkopf und fulminanter Überraschungstäter, der nur nach einem Motto spielt und lebt: „Ich akzeptiere nicht den risikolosen Hörer!“ „Kremerland“ wurde die Einspielung mit auch so manchen konzertanten Kuriositäten wie Bakshis Stück für Violine, Streicher und Handy(!) getauft.Doch es gibt natürlich noch zahllose weitere Wege und Routen in diesem musikalisch grenzenlosen Königreich des Violinisten, die man unbedingt wiederentdecken sollte. Wie etwa die kontrastreiche Postmoderne mit den Violinkonzerten von Sofia Gubaidulina, Alfred Schnittke und Philip Glass. Oder Milhauds „Boeuf sur le toit“ mit den Kadenzen von Arthur Honegger. Dafür offenbart diese Box, die sämtliche konzertante Aufnahmen Kremers für die DG sowie Philips vereint, ebenfalls den Zeitgenossen Kremer im Standard-Repertoire. Ob bei den Violinkonzerten Mozarts (mit Nikolaus Harnoncourt), bei Brahms (mit Leonard Bernstein) oder bei Mendelssohn, von dem er mit seiner besten Klavierfreundin Martha Argerich das Konzert für Violine und Klavier aufgenommen hat.

Complete Concerto Recordings On Deutsche Grammophon (22 CDs)

Gidon Kremer

DG/Universal

Guido Fischer, RONDO Ausgabe 6 / 2016



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Musikstadt

Eines der besten Orchester des Landes

Toulouse

Im Südwesten gelegen, offeriert die viertgrößte Stadt Frankreichs als „ville rose“ mit dem […]
zum Artikel

Gefragt

Florian Uhlig

Zeit für Schumann

Wider den flüchtigen Zeitgeist: Über ein Jahrzehnt hat sich der Pianist mit ein und demselben […]
zum Artikel


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Freiluftmusik: Es muss schon eine besondere Ehre sein, sich als erwählter Liebling eines gekrönten Hauptes zu fühlen. Richard Wagner könnte ein Lied davon singen, aber auch James Paisible. Sagt Ihnen nichts? Jacques oder James Paisible war ein Franzose und im Gefolge Robert Camberts nach England gekommen. Dieser war enttäuscht davon, dass ihn der Italiener Giovanni Battista Lulli (oder später: Lully) aus dem französischen Musikleben verdrängt hatte, wollte daraufhin mit ein paar […] mehr


Abo

Top