home

N° 1282
03. - 09.12.2022

nächste Aktualisierung
am 10.12.2022



Startseite · Klartext · Pasticcio

So soll der neue Konzertsaal ab Juli aussehen (c) David Chipperfield Architects

Pasticcio

Dübeln zahlt sich aus

Auf der Seite des Montagetechnik-Spezialisten Würth finden auch die Hobbyhandwerker so manches Schnäppchen. So waren zuletzt Seitenschneider, Dübel oder ein schmuckes Arbeitshemd im Angebot. Doch das im baden-württembergischen Künzelsau-Gainsbach beheimatete Familienunternehmen ist mehr als nur ein Global-Player auf seinem Fachgebiet. Firmenchef Reinhold Würth hat besonders große Spendierhosen an, wenn es um Kultur geht. Bereits zwei Museen hat er gebaut, in denen auch Exponate seiner wertvollen Gemäldesammlung zu sehen sind. Außerdem stiftet er einen mit 15.000 Euro dotierten Förderpreis der Jeunesses Musicales Deutschland. Und dass sich mit Schrauben & Co. sehr gutes Geld verdienen lässt, bestätigt jetzt das allerneueste Großprojekt. Im Juli wird am Standort Künzelsau-Gaisbach das 60 Millionen Euro teure, von keinem Geringeren als dem britischen Stararchitekten David Chipperfield entworfene Carmen Würth Forum eröffnet. Dahinter verbergen sich ein Kongresszentrum, ein Konzertsaal mit 2.500 Plätzen sowie ein Kammermusiksaal für 600 Zuhörer. Und da der mit Justus Frantz wohl gut befreundete, inzwischen auch schon über 80-jährige Unternehmer schon mal in bester Spenderlaune war, hat er gleich auch noch ein Orchester gegründet – das auf den wenig überraschenden Namen „Würth Philharmoniker“ hört. Konzertmeister soll Catalin Desaga sein, der diese Funktion bereits bei Frantz´ „Philharmonie der Nationen“ ausgefüllt hat. Und auch für die offizielle Feuertaufe des Orchesters am 21. Juli hat man sich nicht lumpen lassen. So steht beim Open-Air-Konzert der Würth Philharmoniker Kent Nagano am Pult. Und den Solo-Part bei Beethovens 5. Klavierkonzert übernimmt Lars Vogt. Wie das Unternehmen im Vorfeld erklären ließ, hat es sich das Orchester zum Ziel gesetzt, sich durch Spitzenqualität einen Platz unter den Klassikorchestern Baden-Württembergs und darüber hinaus zu erarbeiten. Kein bescheidenes Ziel. Andererseits hat man dafür ja bereits einen prestigeträchtigen Auswärtstermin eingestielt. Im August spielen die Philharmoniker im Amsterdamer Concertgebouw unter der Leitung von Dennis Russell Davies und mit dem Geiger Ray Chen.

Guido Fischer



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Gefragt

Max Emanuel Cencic

Der Impresario

Singen können einige, und Countertenöre sind keine Seltenheit mehr. Cencic ist allerdings auch […]
zum Artikel

Gefragt

Guy Braunstein

Honig, nicht Zucker!

Der ehemalige Konzertmeister der Berliner Philharmoniker wird mit Tschaikowski geigerisch […]
zum Artikel


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Wohl kaum ein Künstler hat so viel für die Entwicklung und Erneuerung des argentinischen Tangos getan wie der argentinische Komponist und Bandoneon-Virtuose Astor Piazzolla. 2021 hätte er seinen 100. Geburtstag gefeiert, aus diesem Anlass spielte der junge dänische Akkordeonist Bjarke Mogensen in jenem Jahr ein Album mit den wichtigsten Werken des Tango-Nuevo-Königs ein. Als musikalische Partner für dieses Projekt wählte er seinen Landsmann Mathias Heise, der zu den führenden […] mehr


Abo

Top