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N° 1273
01. - 07.10.2022

nächste Aktualisierung
am 08.10.2022



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Eröffnung des Mendelssohn-Hauses 1997 durch Kurt Masur und Direktor Jürgen Ernst
(c) Gert Mothes/Mendelssohn-Haus Leipzig

Pasticcio

Zwei bis drei große M´s

Als im April 2016 im Leipziger Gewandhaus ein Gedenkkonzert gegeben wurde zu Ehren des im Vorjahr mit 88 Jahren verstorbenen Kurt Masur, stand auch Beethovens „Egmont“-Ouvertüre auf dem Programm. Es war jenes Stück, das Masur bei seinem Debütkonzert als Leipziger Gewandhauskapellmeister 1970 dirigiert hatte. Und natürlich durfte auch ein Werk von Felix Mendelssohn Bartholdy nicht fehlen. Beethoven und Mendelssohn, aber auch Schumann und Bruckner – das waren schließlich Masurs Hausgötter, denen er sich auch während seiner Leipziger, immerhin bis 1996 dauernden Ära in umfangreichen Konzertzyklen gewidmet hatte. Die Musikstadt Leipzig sollte er aber nicht allein als Interpret prägen. Masur ist es zu verdanken, dass das am Rande der Innenstadt gelegene Haus von Felix Mendelssohn Bartholdy wieder in neuem Glanz erstrahlen konnte. Denn bis zur feierlichen Eröffnung vor genau 20 Jahren war das Mendelssohn-Haus in einem erbärmlichen Zustand gewesen. Und erst dank der Initiative Masurs konnte es nicht allein gerettet werden; heute befinden sich in der letzten Privatwohnung des Komponisten Ausstellungsräume, ein Kammerkonzertsaal sowie sogar ein Museum für Kinder (www.mendelssohn-stiftung.de). Und was für ein Publikumsmagnet das Mendelssohn-Haus inzwischen ist, unterstreichen jährlich rund 40.000 Besucher.
Ab sofort dürfte die Zahl noch weiter nach oben schnellen. Denn in die zweite Etage eröffnet Anfang November das Internationale Kurt-Masur-Institut seine Räume. Als multimediales Informations- und Begegnungszentrum ist das Institut angelegt, in dem etwa junge Dirigenten die Partituren mit den Eintragungen von Masur studieren können. Und auch das Privatarchiv des Dirigenten, das über 2.000 Briefe, zahlreiche Ton- und Filmaufnahmen sowie Presseartikel und Programmhefte aus über 70 Jahren umfasst, soll zugänglich gemacht werden.
Mit einem großen Fest-Wochenende (3. bis 5. November) werden aber nicht allein die Räumlichkeiten des Kurt-Masur-Instituts eingeweiht. Selbstverständlich geht es dabei auch musikwissenschaftlich fundiert wie prominent zu. So gibt es ein Masur-Symposium, zu dem der auch auf das Schaffen Mendelssohns spezialisierte Musikwissenschaftler Peter Gülke erwartet wird. Und mit Anne-Sophie Mutter ist jene Weltklassegeigerin zu erleben, die schon vor genau 10 Jahren mit Masur ein Benefizkonzert für das Mendelssohn-Haus gegeben hat. Doch damit nicht genug: parallel wird eine weitere Ausstellung eröffnet, die sicherlich auch den Mendelssohn-Fan Masur begeistert hätte. Unter dem Titel „Und wo ist Fanny?“ widmet sich die erweiterte Schau im Mendelssohn-Haus dem Leben und Werk von Fanny Hensel, der älteren Schwester Felix Mendelssohn Bartholdys.

Guido Fischer



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