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Ganz schön grün: Beethoven liebte die Natur (c) Sonja Werner/bthvn2020.de

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Beethoven - ein Öko?

„Keine Beschäftigung, von welcher Art sie auch sein mag, ist mit so mannigfaltigen Vergnügen, mit so abwechselnden Reizen verbunden, als die sorgfältige Betrachtung der Naturwerke […]. Dieses Vergnügen wird nun viel größer werden, je sorgfältiger wir den Absichten Gottes bei den Werken der Natur nachdenken. Denn die Seltenheiten der Natur sind von weit höherer Art, als alle Wunder der menschlichen Kunst.“ Was für ein Bekenntnis zur Natur, zu ihrer Schönheit und Einzigartigkeit, die es zu bewahren gilt! Notiert hatte es Anfang des 19. Jahrhunderts ein gewisser Christoph Christian Sturm in seinen „Betrachtungen über die Werke Gottes im Reiche der Natur…“. Und Komponist Ludwig van Beethoven war von den Gedanken Sturms derart angetan, dass er in seiner zerfledderten Ausgabe der „Betrachtungen“ den oben zitierten Abschnitt dick anstrich.
Dass Beethoven die Natur nicht nur liebte, sondern eifrig durchwanderte, ist von Freunden und Zeitgenossen belegt. Mit seiner 6. Sinfonie sollte er bekanntermaßen zahlreiche Eindrücke von einer Natur verarbeiten, die noch völlig intakt gewesen zu sein scheint. Von CO2-Emissionen, Artensterben und Gletscherschmelze war damals schließlich noch nicht die Rede. Trotzdem waren Beethoven und seine „Pastorale“ nun auch bei der Bonner Weltklimakonferenz mehrmals Thema. Für etwas musikalische Entspannung unter den Teilnehmern sorgte das Beethoven-Orchester Bonn unter Leitung seines neuen GMDs Dirk Kaftan mit einem Konzert, bei dem es nebst einem Perkussionskonzert von Michael Daugherty eben auch Beethovens klingender Landpartie zu hören gab. Außerdem wurde im Bonner Beethoven-Haus die Sonderausstellung „Im Freien – Beethovens Leben mit und in der Natur“ eröffnet (zu sehen ist sie noch bis zum 19. Dezember). Und schon jetzt wurde – im Rahmen der Klimakonferenz - für die Bonner Feierlichkeiten des bevorstehenden Beethoven-Jahres 2020 das „Beethoven Pastoral Project“ ausgerufen (www.beethoven-pastoral-project.com). Christian Lorenz, Künstlerischer Geschäftsführer der Beethoven-Jubiläumsgesellschaft: „Wir laden Künstler auf der ganzen Welt ein, sich durch ihre Auseinandersetzung mit Ludwig van Beethovens ‚Pastorale‘-Sinfonie zu einem Netzwerk zusammenzuschließen und auf kreative Weise ein kraftvolles Statement für Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung zu gestalten – für eine bessere Welt für uns alle!“ Im sogenannten „Pastoral Network“ können so Musiker aus allen Sparten, aber auch Filmemacher und Bildende Künstler ihre Ideen und Beethoven-Reflexionen vorstellen. Und als Höhepunkt soll es nach dem Willen der Initiatoren dann am 5. Juni 2020, dem Weltumwelttag, eine Art weltumspannende Aufführung der „Pastorale“ geben. Hoffentlich stimmt dann aber auch die Ökobilanz...

Guido Fischer



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