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Mozartfest Würzburg

Vordenker Mozart

In seiner nächsten Runde verschreibt sich das traditionsreiche Festival 2018 ganz dem Geist der Aufklärung.

Auch wenn ihn seine Geburtsstadt Salzburg wahrscheinlich ganz gerne exklusiv für sich reklamieren würde: Wolfgang Amadeus Mozart und seine Musik gehören längst der ganzen Welt und sind von keinem großen Festival wegzudenken. Mit Ausnahme vielleicht von Bayreuth. Doch selbst in Franken hat Mozart eine dauerhafte Heimat gefunden. Wird das Andenken an ihn und die Auseinandersetzung mit dem Schaffen des Wunderkindes in Würzburg doch nun schon bald hundert Jahre auf besondere Art und Weise gepflegt. Seit Gründer Hermann Zilcher 1921 die ersten Konzerte im prunkvollen Kaisersaal der Residenz veranstaltete, hat sich das Mozartfest Würzburg so zu einem alljährlichen Fixpunkt in der deutschen Festivallandschaft entwickelt und lockt jede Saison rund 25.000 Besucher in die fränkische Metropole.
Auch 2018 erwartet das Publikum zwischen 25. Mai und 24. Juni erneut ein ebenso reichhaltiges wie bunt gemischtes Konzertprogramm, das rund um den Freimaurer und Freidenker Mozart kreist und ihn dabei mit anderen Komponisten seiner Zeit und späterer Jahrhunderte in Beziehung setzt. Ein besonderer Coup dürfte der Intendantin dabei mit der Verpflichtung von Hartmut Haenchen gelungen sein: ein akribischer Forscher und Tüftler, der zuletzt mit seiner gefeierten Interpretation des „Parsifal“ frischen Wind in den Bayreuther Orchestergraben gebracht hatte und nicht nur bei Wagner die Quellen stets genauestens studiert. Der in einer Kritikerumfrage gerade erst zum „Dirigenten des Jahres“ Gekürte ist ein Mann, der sich wie nur wenige andere gleichermaßen in der Stilistik des 18. Jahrhunderts als auch in der Moderne auskennt. Wer wäre somit idealer geeignet als er, um am Pult der Camerata Salzburg das große Eröffnungskonzert zu bestreiten, bei dem man das sinfonische Schaffen Mozarts mit der Musik Karl Amadeus Hartmanns in Beziehung setzt? Experimente und Konfrontationen wie diese gehören in Würzburg von jeher zum guten Ton. Offenbart sich doch gerade im Dialog zwischen Alt und Neu immer wieder die Modernität des Vordenkers Mozart, der wie kaum ein anderer Komponist den Geist der Aufklärung in seiner Musik greifbar werden lässt. Einer Epoche des Aufbruchs, der man sich auch beim Mozartfest 2018 verschrieben hat.
Gespannt sein darf man dabei unter anderem auf Würzburg-Heimkehrer wie Jörg Widmann oder das Festival-Debüt von Pierre- Laurent Aimard. Oder auf Dirigent Marc Minkowski und die Originalklangspezialisten der Musiciens du Louvre, die exklusiv in Deutschland mit „Così fan tutte“ ihr lang erwartetes Debüt beim Mozartfest geben. In einem kontrastierenden Musiktheaterprojekt wird Mozarts „Zauberflöte“ mit Rappern, Hip-Hoppern und Breakdancern neu interpretiert. Neben einer Reihe von neuen Konzertformaten und neu zu erobernden Spielstätten strahlt natürlich auch das experimentierfreudige „Mozart- Labor“ über die Grenzen der Stadt hinaus, das wie seit vielen Jahren auch diesmal wieder mit einer prominenten Gästeliste aufwartet. Mehr Details zum Vorverkauf und den Festspielstätten finden sich mit dem kompletten Konzertprogramm ab dem 7. Dezember online.

www.mozartfest.de

Tobias Hell, RONDO Ausgabe 6 / 2017



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