Startseite · Klartext · Pasticcio

(c) pixabay

Pasticcio

Meldungen und Meinungen der Musikwelt

Ausgeschrillt

Um Marktplätze und Bahnhöfe von lärmenden und herumlungernden Störenfrieden zu befreien, greifen Kommunen und Manager immer wieder zu einer besonderen Maßnahme: Mit lautstarker Rundumbeschallung durch klassische Musik will man die ungebetenen Gäste vertreiben. Der Erfolg hielt sich etwa in Leipzig und Schweinfurt in Grenzen. In Berlin kam man trotzdem auf die Idee, jetzt den S-Bahnhof Hermannstraße mit atonaler Musik zu „bespielen“ und damit für die Passanten sicherer zu machen. Was man sich darunter genau vorstellte, ob Neutönerei à la Stockhausen oder Noise-Attacken à la Einstürzende Neubauten, wurde im Vorfeld nicht verraten. Macht aber auch nichts. Denn kaum hatte dieser Plan für einigen Wirbel gesorgt, zog Berlins oberster Bahnhofsmanager Friedemann Kessler ihn auch schon wieder zurück. Immerhin hält er weiter an dem Plan fest, den Bahnhof mit überdimensionierten Aufklebern zu verschönern.

Guido Fischer, RONDO Ausgabe 4 / 2018



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Boulevard

(K)eine Filmmusik

Ein Schuss Jazz, eine Prise Film, ein Löffel Leichtigkeit: Bunte Klassik

Das Hören von Soundtracks ist wie das Betrachten von Urlaubssouvenirs. Sie stehen für tolle […]
zum Artikel »

Musik-Krimi

Musik-Krimi

Folge 3: Doktor Stradivari und das Versteck der Newski-Brüder

W ir haben es mit einer außergewöhnlichen Bande von Drogenhändlern zu tun“, erklärte […]
zum Artikel »




Top