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Von der Isar an die Salzach: Nikolaus Bachler (c) Markus Jans/ Bayerische Staatsoper

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Man sieht sich immer zwei Mal…

Es war ja schon im September alles in fast trockenen Tüchern. Doch nun ist es offiziell. Nikolaus Bachler übernimmt im Juli 2020 die kaufmännische Geschäftsführung der Osterfestspiele in Salzburg. Ab der Saison 2022 trägt er dann auch die künstlerische Gesamtverantwortung dieses Festivals. Und als Sahnehäubchen auf diese Personalie wurde zudem vermeldet, dass die quasi als Residence-Orchester fungierende Sächsische Staatskapelle Dresden und ihr Chefdirigent Christian Thielemann „weiterhin die künstlerische Basis der Osterfestspiele Salzburg“ bilden.
Mit Nikolaus Bachler wird also ein absoluter Profi die Nachfolge des bisherigen Intendanten Peter Ruzicka antreten, dessen Vertrag mit dem 30. Juni 2020 ausläuft. Bachler hat die Wiener Festwochen, die Volksoper Wien sowie von 1999 bis 2008 das Burgtheater geleitet. Als er schließlich von der Donau an die Isar wechselte, wurde unter seiner Leitung die Bayerische Staatsoper in München wieder zum internationalen First-Class-Haus. So heimste man etwa den Ehrentitel „Opernhaus des Jahres“ mit ausgefallenen Operninszenierungen ein, wie einer sechsstündigen Video-Oper des amerikanischen Medienkünstlers Matthew Barney. Aber auch eher konventionelle Aufführungen sorgten für Jubelstürme. Immerhin stand am Pult des Staatsopernorchesters GMD Kirill Petrenko, mit dem Bachler ein einzigartiges Erfolgsduo in der deutschen Opernszene bildete.
Die künstlerischen Wege von Bachler und Petrenko werden sich aber mit dem Ende der Spielzeit 2019/20 trennen. Dann verlässt Petrenko endgültig München, um sich ausschließlich seinem neuen Chefdirigentenjob bei den Berliner Philharmonikern zu widmen. Bachler übergibt hingegen ein Jahr später die Münchner Amtsgeschäfte seinem Nachfolger Serge Dorny und konzentriert sich vollends auf die Aufgaben bei den 1967 von Herbert von Karajan ins Leben gerufenen Osterfestspielen. Und wer weiß: Vielleicht kommt es zwischen ihm und seinem alten Freund Petrenko dann doch bald zu einem Wiedersehen. Da der Russe seine Liebe zur Oper in Berlin nicht ausleben kann, könnte er dies in Salzburg nachholen. Schließlich wird der Vertrag mit Christian Thielemann und seiner Staatskapelle jedes Jahr immer nur um ein weiteres verlängert. So wäre nicht verwunderlich, wenn Bachler irgendwann Petrenko und die Berliner Philharmoniker als den neuen musikalischen Motor in Salzburg vorstellen würde.

Guido Fischer



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