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Orchester im Treppenhaus (c) Moritz Küstner

TauberPhilharmonie

„Ein Haus für alle“

Mit der TauberPhilharmonie erhält Weikersheim ein neues Konzerthaus. Die Eröffnungswochen fallen musikalisch prominent aus – und vielfältig.

Im Nordosten Baden-Württembergs, im geografischen Dreieck Heilbronn-Würzburg- Rothenburg ob der Tauber liegt mit Weikersheim eine der schönsten Kunstund Kulturstädte nicht nur der Region. Eine der absoluten Attraktionen ist natürlich die historische Altstadt mit ihren Fachwerkhäuschen. Außerdem gibt es noch ein prächtiges Renaissanceschloss mit einem barocken Schlossgarten nach Versailler Vorbild. Nicht nur dort wird in Weikersheim von jeher auch die Musik vorbildlich gehegt und gepflegt. Was nicht zuletzt an dem weltweiten Musikerförderprogramm „Jeunesses Musicales“ liegt, dessen deutsche Sektion schon lange in Weikersheim zu Hause ist. Die angeschlossene Musikakademie ist zwar im Schloss untergebracht, doch die jungen Talente mussten ihre Proben und Konzerte bisher in akustisch eher wenig befriedigenden Sälen absolvieren. Ab diesem Sommer aber wird alles anders. Denn mit der TauberPhilharmonie, die am 13. Juli eröffnet wird, bekommen Weikersheim und der Main- Tauber-Kreis einen brandneuen und auch architektonisch gelungenen Konzertsaal. Nach nur etwa zweijähriger Bauzeit ist so ein hochmodernes, mit feiner Akustik aufwartendes Probendomizil für die jungen Musiker entstanden.
Als „Ankermieter“ wird die Musikakademie denn auch bezeichnet, die rund ein Drittel des Jahres die TauberPhilharmonie belegen wird. Die weiteren zwei Drittel bespielt Intendant Johannes Mnich mit seinem Team. Was Mnich meint, wenn er die TauberPhilharmonie gerne als ein in der Mitte der Gesellschaft verankertes „Haus für alle“ bezeichnet, spiegeln die insgesamt 18 Konzerte und Veranstaltungen in den Sommermonaten wider. Da gibt es einen Beethoven-Abend mit dem deutschrussischen Pianisten Igor Levit sowie eine Ravel- Hommage mit dem Schweizer Jazztrio Vein. Die Techno-Marching-Band MEUTE lässt es so richtig krachen und grooven. Während das phänomenale Trio Catch ein Klarinettentrio von Brahms mit einem Geschwisterwerk des französischen Gegenwartskomponisten Gérard Pesson kombiniert. Bevor dann die erste große Konzertrunde in der TauberPhilharmonie mit Götz Alsmann und Band ausklingt, sorgt das „Orchester im Treppenhaus“ am 13. Juli für eine ziemlich spektakuläre Hauseröffnung. Vom großen Saal bis zur Catering-Küche befeuert dieser Klangkörper nämlich alle Räume der kompletten Philharmonie – mit einem Mix aus Bach und Jazz, Kinderkonzert und zeitgenössischer Musik.
Insgesamt 600 Plätze bietet die Tauber- Philharmonie den Musikinteressierten aus allen Altersgruppen und Bevölkerungsschichten. Dabei richtet man sich mit dem Programm aber nicht nur an die Weikersheimer. Das Einzugsgebiet reicht von Würzburg über den ländlichen Raum an der Tauber bis zum Odenwald- Kreis und darüber hinaus. Und dass man die TauberPhilharmonie tatsächlich als einen Treffpunkt der gesamten Region versteht, lässt sich an einem besonderen Kooperationsprojekt ablesen. So konnte Intendant Johannes Mnich für jedes der 18 Konzerte eine Kommune aus dem Main-Tauber-Kreis als Patin gewinnen, die sich dann auch mit einer Ausstellung in der Philharmonie präsentieren kann.


Mehr Informationen und Tickets:
www.tauberphilharmonie.de


Reinhard Lemelle, RONDO Ausgabe 3 / 2019



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