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Bergmassiv mit Ausblick: Konzerthalle Andermatt (c) Roland Halbe

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Mozart mit Alpenblick

Es war ja auch bisher nicht so, dass im schönen schweizerischen Tal-Dörfchen namens Andermatt außerhalb der Ski-Saison pure Tristesse geherrscht hätte. Aber irgendwie pulsierte hier, auf 1447 Metern über dem Meer, im restlichen Jahr nicht das volle Leben. Da kam der ägyptische Milliardär und Investor Samih Sawiris gerade recht. Denn um Andermatt und um Umgebung zu einem ganzjährigen Hotspot gerade für eine finanzstärkere Klientel zu machen, nimmt er seit einigen Jahren richtig Geld in die Hand. „Die Nähe zu Zürich und Mailand ist ideal, das schöne Dorf aus dem 19. Jahrhundert ist intakt, es gibt die Natur und genügend Land, um ein solches Projekt umzusetzen“, so Sawiris gegenüber der „Neuen Züricher Zeitung“. Zwei Milliarden Franken stellt er für seine Projekte zur Verfügung. Ein Golfplatz ist bereits eröffnet worden. Die Skipisten wurden noch attraktiver gestaltet. Und um die Kultur in Form klassischer Konzerte nicht zu kurz kommen zu lassen, ist dank Sawiris´ Initiative einen brandneuer, schicker Konzertsaal entstanden, der bis zu 700 Zuschauern Platz bietet.
Das Fundament für den von der in England lebenden Architektin Christina Seilers geplanten Konzertsaal bildete ein unterirdischer Kongress im ebenfalls neuen Nobel-Hotel am Platze. Christina Seilers hob nun die Decke dieses Saales so weit nach oben an, dass man ab sofort über eine große Fenstergalerie mitten in die freie Natur, auf ein herrliches Bergpanorama blicken kann. Mit einem großen Herbst-Festival soll der Konzertsaal dann im Oktober ganz offiziell eingeweiht werden Mit dabei sind das von Daniel Harding geleitete Chamber Orchestra of Europa und Pianistin Gabriela Montero. Und für die erste Konzertssaison haben u.a. Daniel Barenboim und die English Classical Players zugesagt. Doch bereits Mitte Juni wurde der Saal nun von einem Orchester der absoluten Spitzenklasse auf Herz und Nieren bespielt. Es waren die Berliner Philharmoniker unter Constantinos Carydis, die mit Schostakowitsch und zwei Mozart-Sinfonien den Startschuss für die Konzerthalle gegeben haben. Und was hat diese nun gekostet? Bei solchen Fragen lächelt der Geschäftsmann Samih Sawiris nur – und schweigt.

Guido Fischer



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