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Budget-Sarg: Eine Milliarde Euro kostet die Sanierung der Staatsoper Stuttgart © Schlaier/Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

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Wir können alles – außer Sparen

Dass der Theater- und Opernbetrieb chronisch unterfinanziert ist, ist nichts Neues. Wenn aber die altbewährte Spielstätte mal in die Jahre kommen sollte und notwenige Renovierungsarbeiten erfordern, dann schrillen die Alarmglocken noch lauter. Nun hat der Intendant des Landestheaters Niederbayern (Landshut, Straubing, Passau), Stefan Tilch, eine Art Brandbrief veröffentlicht, mit dem er auf die Konsequenzen eines möglichen Stopps der geplanten Sanierungsarbeiten aufmerksam machen will. „Liebe Freunde“, heißt es da: „das Landestheater Niederbayern steht vor dem Aus. Wenn Landshuter Stadtverwaltung und Stadtrat die Ankündigung, die Sanierung des Stadttheaters auf unbestimmte Zeit einzufrieren, wahr machen, wird das in sehr kurzer Zeit den Zweckverband Landestheater Niederbayern und damit das Theater in ganz Niederbayern zerstören. Aktuell beraten wir die nächsten Schritte, aber eines ist sicher: wir brauchen jetzt große öffentliche Aufmerksamkeit und Unterstützung.“ Wie es momentan aussieht, soll die Sanierung und notwendige Erweiterung des Landshuter Stadttheaters um mindestens vier Jahre verschoben werden, da die dafür notwendigen 50 Millionen Euro fehlen.
Angesichts der Diskussionen um die Finanzierung anderer, größerer Baustellen ist diese Summe natürlich lächerlich klein. Sieht man sich etwa die prognostizierten Kostenexplosionen rund um die Sanierung des Stuttgarter Opernhauses an, dann kann man eigentlich nur noch mit dem Kopf schütteln. Ausgerechnet die für ihre Sparsamkeit bekannten Schwaben lassen nun alle Dämme brechen und rechnen mit Kosten von sage und schreibe einer Milliarde Euro. Eine Milliarde Euro. Das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Zumal man noch 2018 mit einer Summe von 400 Millionen Euro an die Öffentlichkeit gegangen ist. Aber wie Kunstministerin Theresia Bauer gerade verkündete, wolle man jetzt einen klaren Kurs fahren und „mit der Politik früherer Jahre aufhören, sich billig in so ein Großprojekt einzuschleichen, mit schöngerechneten Zahlen." Wetten, dass auch die jetzt verkündete Milliardensumme irgendwann wieder gerissen wird…?

Guido Fischer



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