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Auf die Frage, welchen Komponisten er vielleicht noch nicht dirigiert und am Klavier gespielt hat, müsste wahrscheinlich Daniel Barenboim kurz überlegen. Denn wer wie er von seinen nunmehr 77 Lebensjahren sage und schreibe 70 Jahre Konzerte quasi am laufenden Band gibt und dazu ja auch Opern aufführt, der hat sich ein unfassbar riesiges Repertoire erarbeitet. Dass er schon in ganz jungen Jahren gerne viel spielte, hat er gerade anlässlich seines 70-jährigen Bühnenjubiläums der Nachrichtenagentur dpa verraten. In seiner Geburtsstadt Buenos Aires trat er am 19. August 1950 zum ersten Mal auf. Und wie ihn später einmal seine Mutter daran erinnerte, spielte der kleine Daniel „nicht nur ein sehr langes Programm mit Werken von sieben oder acht Komponisten.“ Nach erst sieben Zugaben war sein erstes Konzert tatsächlich zu Ende. Mit den Worten „Es tut mir leid, ich habe alles gespielt, was ich kann“; soll sich Barenboim da vom Publikum verabschiedet haben. Heute könnte er tage-, ja wochenlang das Zugabenprogramm bestreiten.

Guido Fischer, RONDO Ausgabe 4 / 2020



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