Startseite · Klartext · Pasticcio

Start des Schülerprojekts - mit den Lehrern als Multiplikatoren (hier beim Workshop) © Holger Schneider/Bachakademie Stuttgart

Pasticcio

Akademischer Bewegungsdrang

Seit Hans-Christoph Rademann Leiter der Internationalen Bachakademie Stuttgart ist und Henning Bey ihr Chefdramaturg, überrascht man regelmäßig mit neuen Ideen und Projekten. So entwickelte man erst in jüngster Zeit, in der Live-Auftritte nicht möglich waren, den Podcast „Barock@home“, mit dem Rademann und Bey in lockerer, aber gehaltvoller Plauderrunde Meisterwerke des 17. und frühen 18. Jahrhunderts vorstellen. Ganz schadlos ist die Bachakademie natürlich auch nicht durch die (scheinbar noch nicht) letzte Corona-Krise gerutscht. So musste das für Juni geplante „Musikfest Stuttgart“ komplett abgesagt werden. Immerhin ein kleines Trostpflaster hatte man damals bereits angekündigt, als man für den Herbst ein Mini-Festival annoncierte, das den Titel „Drei Tage mit Bach“ trägt und in der Lutherkirche Bad Cannstatt stattfindet. Am 5. November beginnt diese kleine Bach-Hommage, bei der die Gaechinger Cantorey unter ihrem Dirigenten Hans-Christoph Rademann den Ton angibt. Beim Auftaktkonzert ist ein Kantaten-Programm mit Werken aus den ersten drei Leipziger Jahren Bachs zu hören. Einen Tag später gibt es das moderierte Konzertformat „Hin und weg!“ mit einer der frühesten Kantaten Bachs, „Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir“. Am 7. November dann ist Bachs Opus Magnum, seine „Matthäus-Passion“ zu erleben.
Um Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ dreht sich hingegen die neueste Ausgabe des von der Bachakademie ins Leben gerufenen Gesangsprojekts „BachBewegt!Singen!“. Es richtet sich an rund 1000 Schulkinder der Klassenstufen 4-6 aus verschiedenen Schulformen und wird finanziell unterstützt von einer großen Drogeriemarktkette. Und wer Freude am Singen hat, kann sich direkt bewerben (www.bachakademie.de/de/singen.html). Einstudiert wird Haydns Oratorium in einem altersgerechten Arrangement von Karsten Grundermann. „Die Schöpfung - Erde an Zukunft“ heißt dieses Arrangement, das anhand der Schöpfungsgeschichte einen geschärften Blick auf die natürliche Umwelt des Menschen und ein Bewusstsein für deren Bedrohung schafft.
Sieben Ortschaften à 200 Kinder aus bis zu 10 Schulen können an diesem Projekt kostenfrei teilnehmen. In einem mehrmonatigen Probenprozess in den Schulen erlernen dann die Schüler und Schülerinnen die Chorstücke, um anschließend bei einem Konzert mit der Gaechinger Cantorey als Kinderchor mitzuwirken. Geplant sind die insgesamt sieben Aufführungen für die Monate Mai und Juli 2021.

Guido Fischer



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Pasticcio

Oper gefährdet Ihre Gesundheit!

Vor einigen Jahren wurde in Paris auch in der Metro auf großen Plakaten für eine Ausstellung […]
zum Artikel »

Gefragt

Isaac Stern

Der Jahrhundert-Geiger

Vor hundert Jahren, am 21. Juli 1920, wurde der amerikanische Geiger Isaac Stern geboren. Eine […]
zum Artikel »




Top