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Instrument zur Lufterfrischung? In Leipzig lernen Notenpulte Aerosole zu fangen © pixabay.com

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Virenfrei musizieren

Seine erste Saison als neuer Chef des San Francisco Symphony hat sich Esa-Pekka Salonen ganz anders vorgestellt. Mit einem ambitionierten Programm wollte er das Orchester in die Zukunft führen. Doch daraus wird vorerst nichts. Denn wie gerade gemeldet wurde, hat das SFS die komplette Live-Saison wegen Corona abgesagt. Damit gehört dieses Orchester neben dem New Yorker MET Orchestra, dem Chicago Symphony Orchestra und des einst von Salonen geleiteten L.A. Philharmonic zu den prominenten US-Klangkörpern, die sich zu diesem drastischen Schritt durchgerungen haben. Und was für eine Finanzlücke Corona damit reißen wird, kann man sich angesichts jüngster Zahlen ausmalen, die das Chicago Symphony Orchestra gerade veröffentlicht hat. So hat man die letzte Saison, bei der rund 110 Konzerte ausgefallen sind, mit einem Minus von knapp 4 Millionen Euro abgeschlossen.
Glücklicherweise haben dagegen all die GMDs, Intendanten und Manager der deutschen Orchester die Nerven bewahrt und an der Konzertsaison 20/21 festgehalten. Zumal man keine Kosten und Mühen für entsprechende Hygienemaßnahmen gescheut hat, die einen sorgenfreien Konzertbesuch garantieren. Nun ist bekanntlich aktuell die Politik angesichts rasant steigender Infektionszahlen nicht ganz davon überzeugt gewesen. Weshalb man einfach mal wieder – für den kompletten November – den Musikbetrieb auf Null zurückgefahren hat.
Um sich nun optimal auf die Post-Lockdown-Zeit vorzubereiten, könnte man schon jetzt Kontakt mit einem in Leipzig ansässigen Institut aufnehmen, das gerade an einer hochinteressant klingenden Technologie bastelt. So brütet man zusammen mit Notenpultbauern und Entkeimungstechnikern an einem Notenpult, das die direkte Luftumgebung der Musiker bei laufendem Konzertbetrieb reinigen und die herumschwirrenden Aerosole bis zu 90 Prozent entkeimen soll. „Wir wollen, dass Musiker wieder vollzählig musizieren können“, so Herbert Kaffenberger der „jtshygiene“. Und vielleicht kommen ja auch schon bald die ersten Anfragen und Bestellungen aus Übersee, aus San Francisco oder Los Angeles. Ein Hoch auf den Klassik- und Ingenieur-Standort Deutschland.

Guido Fischer



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