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In der Ruhe liegt die Kraft: das Programm des Bach-Archivs trotzt Corona © pixabay.com

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Bach – digital

So hat sich die Leitung um Bach-Spezialist Peter Wollny die Geburtstagsfeier des Leipziger Bach-Archivs nun bestimmt nicht vorgestellt. In diesen Tagen wird die Institution der Forschung 70 Jahre alt. Dementsprechend hatte man auch das Festkonzert überaus prominent besetzt, mit dem man dieses Jubiläum mit entsprechend musikalischem Glanz hochleben lassen wollte. So sollte am 18. November mit Ton Koopman der Bach-Archiv-Präsident höchstpersönlich das Nachmittagskonzert in der Thomaskirche dirigieren. Aber auch dieser Termin, der am Beginn einer spannenden Festwoche stand, ist im Rahmen der Corona-Beschränkungen geplatzt. Direktor Wolly ist darüber natürlich ziemlich zerknirscht. „Dennoch möchten wir unser Haus zumindest virtuell öffnen.“ Anlässlich des Jubiläums am 20. November schaltet man etwa ein Sammlungsportal frei, das den digitalen Zugang zu den historischen Beständen des Hauses ermöglicht. Auf diesen Seiten werden eigene Sammlungsobjekte und bedeutende, im Bach-Archiv Leipzig verwahrte Dauerleihgaben bereitgestellt, darunter Handschriften aus dem Besitz des Thomanerchores, der Musikbibliothek Peters (Leipziger Städtische Bibliotheken) und des Verlages Breitkopf & Härtel. Ergänzt werden diese Bachiana durch wertvolle Zeitdokumente aus dem Leipzig des Hochbarock wie dem Matrikelverzeichnis der Externen der Thomasschule von 1685 bis 1740, einen Kupferstich der Paulinerkirche sowie dem in Leipzig entstandenen Erstdruck der „Goldberg-Variationen“.
Dieses kleinteilige Opus Magnum sollte auch bei einem anderen Festakt eine zentrale Rolle spielen. Denn am 17.November wollte sich ebenfalls in der Thomaskirche die kanadische Meisterpianistin Angela Hewitt mit einem Konzert und eben den „Goldberg-Variationen“ für die Verleihung der Bach-Medaille der Stadt Leipzig bedanken. Gespielt hat Hewitt zwar – ohne Publikum, dafür aber vor laufenden Kameras. Und so wurde ihr Auftritt als Livestream auch auf die Facebook-Seite des Bach-Archivs gestellt, wo er noch bis zum 15. Februar 2021 zu sehen sein wird. Am 22. November und damit am Tag der Heiligen Cäcilie – Schutzpatronin aller Musiker und der Kirchenmusik – präsentiert übrigens das leider auch ins Wasser gefallene Leipziger Bachfest einen weiteren Stream. Dann nämlich feiert die ergänzte Version der ursprünglich für den Bach-Marathon im Juni 2020 konzipierten Kammermusik-Fassung der h-Moll-Messe Premiere (www.facebook.com/bacharchiv oder www.youtube.com/bacharchivleipzig).

Guido Fischer



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