home

N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



Startseite · Klartext · Pasticcio

Will doch nur spielen: Gründungsintendant Thorsten Schmidt musste den Jubiläumsjahrgang schweren Herzens absagen © Nikolaj Lund

Pasticcio

Ein Fünkchen Hoffnung?

Es war alles so vielversprechend durchgeplant. Die zahllosen Konzerte, aber auch die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen und Hygienekonzepte. Aber es hat nichts genutzt. Nachdem Anfang März die Lockdown-Schraube nur unwesentlich gelockert wurde, stand für Intendant Thorsten Schmidt fest, dass er das Musikfestival Heidelberger Frühling absagen muss. Ab dem 20.März sollte die Jubiläumsausgabe (25. Festivalgeburtstag) vier Wochen lang live und vor Publikum über die Bühnen gehen. Daraus wird nun nichts. Doch ganz will man sich dem Schicksal nicht hingegeben. Unter dem Motto „Lasst uns spielen!“ plant man Digitalangebote, die spielerisch und experimentierfreudig mit der aktuellen Situation umgehen.
Während also die baden-württembergische Studentenstadt vorerst weiterhin stumm bleibt, will man in der Hauptstadt die kulturlose Zeit mit einem Pilotprojekt verabschieden. „Perspektive Kultur“ lautet das Unterfangen, für das sich auch dank der Unterstützung des Berliner Senats neun Institutionen zusammengetan haben. Zwischen dem 19. März und 4. April öffnen dann etwa die Berliner Philharmoniker und die Deutsche Oper wieder die Pforten – wenngleich natürlich unter Corona-Bedingungen. Das Publikum muss am Tag der Veranstaltung zu einem Coronatest und während der Vorstellung einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Erkenntnisse der Testdurchläufe würden dann Anfang April von den Beteiligten ausgewertet und auch anderen Institutionen zur Verfügung gestellt, so die Senatskulturverwaltung.
Unter den angesetzten Terminen findet sich etwa ein Kammermusikkonzert mit u.a. Christian und Tanja Tetzlaff im Konzerthaus. Die Staatsoper Unter den Linden zeigt am 2. April eine Neuinszenierung von Mozarts „Figaro“ mit Daniel Barenboim. Und am 20. März steigen die Berliner Philharmoniker mit ihrem Chef Kirill Petrenko und Werken von Tschaikowski und Rachmaninow endlich wieder in den Ring. Der einzige Haken an der Sache ist: Die 1.000 Tickets sind bereits weg! Wenigstens kann man sich das Konzert ja am 4. April auf arte ansehen – ohne Mund-Nasenschutz.

Guido Fischer



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Pasticcio

Allzeit bayreuth

Und wieder steigt Rauch dort auf, wo Christian Thielemann die musikalischen Fäden in der Hand […]
zum Artikel

Da Capo

Stuttgart, Staatstheater

In Deutschland hielt man früher Charles Gounods mit Weihrauch durchwehte und Himbeersirup […]
zum Artikel


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Im Mondschatten: Während Neil Armstrong und Buzz Aldrin den Mond erkundeten, verbrachte Michael Collins, der dritte Astronaut im Bunde, pro Umrundung je 46:38 Minuten allein im Funkschatten des Erdtrabanten. Exakt so lang dauert auch dieses Album des Jazzpianisten Michael Wollny, der Parallelen zieht zwischen jenen historischen Ereignissen aus dem Jahr 1969 und der Corona-Pandemie. Die Einsamkeit ist hier der Konnex. So nahm Wollny, als die Welt aus den Fugen geriet, in Pandemie-bedingter, […] mehr


Abo

Top