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N° 1260
02. - 08.07.2022

nächste Aktualisierung
am 09.07.2022



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Abschied vom Chef-Posten der Dresdner Philharmonie: Marek Janowski © Markenfotografie

Pasticcio

Großprojekte

Im Dezember 1980 kam es in der Dresdner Lukaskirche zum prominenten Stelldichein. Theo Adam und Peter Schreier, Hanna Schwarz und Lucia Popp, Yvonne Minton und Matti Salminen bildeten für die Aufnahme von Wagners „Rheingold“ ein absolutes Weltklasse-Sängerensemble. Aber auch die nachfolgenden Teile der Tetralogie waren gleichermaßen spektakulär besetzt. Weshalb die Gesamteinspielung auch heute noch Wagnerianer jauchzen und jubilieren lässt. Am Pult der Staatskapelle Dresden stand damals übrigens Marek Janowski. Inzwischen ist Janowski bereits über achtzig Jahre alt. Was ihn aber nicht davon abhält, seine letzte Saison als Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Dresdner Philharmonie auch mit Wagner zu begehen. So will Janowski 2022/2023 tatsächlich alle vier Wagner-„Ring“-Teile konzertant aufführen. Und als ob das nicht schon ein Mammutprogramm an sich wäre, legt das Energie- und Konditionswunder Janowski noch mehrmals nach. Etwa mit den Neunten von Beethoven und Henze sowie natürlich Bruckner. Angesichts dieses Abschiedssaisonprogramms kann man sich kaum vorstellen, dass Janowski danach die Füße hochlegen wird. Zumal ja auch Kollege Herbert Blomstedt beweist, dass man selbst mit 94 Jahren noch längst nicht zum alten Pulteisen gehören muss.
Einen Opernmarathon andere Art will dagegen in der Saison 2022/2023 die New Yorker Metropolitan Opera (Met) angehen. Immerhin sind gleich sieben Neuproduktionen geplant. Was mehr Premieren wären als in den letzten zehn Jahren zusammen, so Intendant Peter Gelb. Als Eröffnungspremiere am 27. September gibt es Luigi Cherubinis „Medea“ mit Sondra Radvanovsky in der Titelpartie. Danach gibt es eine Allstar-Produktion von „The Hours“ von Kevin Puts. Musikdirektor Yannick Nézet-Séguin dirigiert, Renée Fleming, Kelli O’Hara und Joyce DiDonato singen. Danach geht es Schlag auf Schlag – etwa mit Terence Blanchards „Champion“ sowie Mozarts „Don Giovanni“ und „Die Zauberflöte“.
Gerade erst hat ja auch Barrie Kosky mit „Don Giovanni“ für Spaß und Aufregung gesorgt. Nicht in New York, sondern in Wien. Immerhin konnte da die Premiere stattfinden. In Düsseldorf hingegen ist die aktuelle Kosky-Premiere der Inszenierung von Offenbachs „Orpheus“, die schon bei den Salzburger Festspielen zu sehen war, wieder verschoben worden – nunmehr auf den 11. März. Der Grund? Ein ungebetener Ensemble-Gast namens Corona.

Guido Fischer



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