home

N° 1260
02. - 08.07.2022

nächste Aktualisierung
am 09.07.2022



Startseite · Konzert · Festival

Werbeinformation

Klangvolles Miteinander: Das Chineke! Orchestra (c) Orlando Gili

Lucerne Festival

Äußerst vielseitig

Unter dem Motto „Diversity“ präsentiert sich das Schweizer Traditionsfestival erneut als Gipfeltreffen der Besten.

Schon im ersten Jahr seines Bestehens lockte das Lucerne Festival, das damals noch Luzerner Festwochen hieß, die namhaftesten Dirigenten an den Vierwaldstättersee. 1938 kamen Bruno Walter, Fritz Busch und Willem Mengelberg. Und Arturo Toscanini leitete ein extra zusammengestelltes Eliteorchester. Genau 84 Jahre später sind es nun nicht nur Simon Rattle, Iván Fischer, Kirill Petrenko und Esa-Pekka Salonen, um nur einige zu nennen, die mit den Weltklasseorchestern aus Berlin, Wien und Cleveland anreisen. Das 2003 von Claudio Abbado in Anlehnung an einstige „Eliteorchester“ gegründete Lucerne Festival Orchestra prägt auch in diesem Jahr unter seinem Chef ­Riccardo ­Chailly das Programm. Und bei kaum einem anderen Sommerfestival gibt es von Anne-Sophie Mutter bis Lang Lang eine derartige Promi-Dichte, auch unter den Solisten.
Doch das Lucerne Festival ist schon lange mehr als nur auf musikalischen Luxus abonniert. Spätestens seit der von Pierre Boulez ins Leben gerufenen Lucerne Festival Academy widmet man sich gleichermaßen intensiv und hochkarätig der Musik von heute und morgen. So fungiert in diesem Jahr der Engländer Thomas Adès als „Composer-in-Residence“. Als „Artiste Étoile“ ist hingegen der New Yorker Schlagzeuger, Pianist und Komponist Tyshawn Sorey bei seinen Grenzgängen zwischen Jazz und zeitgenössischer Komposition zu erleben. Und zum 70. Geburtstag von Wolfgang Rihm gratulieren unter anderem Dirigent Sylvain Cambreling und das Ensemble Recherche.
Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich farbigen Komponisten in der Musikgeschichte. Unter dem Motto „Diversity“ erklingt etwa ein Violinkonzert des schwarzen Mozart-Zeitgenossen Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges. Und mit dem englischen Chineke! Orchestra gastiert tatsächlich der erste Klangkörper Europas, in dem Musiker aller Hautfarben nebeneinandersitzen. „Den Wandel fördern und Vielfalt in der klassischen Musik zelebrieren“, lautet das Motto dieses Ausnahmeorchesters – das somit perfekt in den diesjährigen Lucerner Jahrgang passt.

Lucerne Festival

9. August bis 11. September
www.lucernefestival.ch
Tickets: +41 (0)41 226 44 80

Guido Fischer, RONDO Ausgabe 2 / 2022



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Gefragt

Klara Min

Schumann, fan-Tastisch

Die koreanische Pianistin hat ein kontrastreiches Album mit literarisch inspirierten Werken von […]
zum Artikel

Gefragt

Chad Hoopes

„Ich mochte die Herausforderung“

Debüt mit Mendelssohn und Adams: Der Violinist aus Ohio bekennt sich zu Musik, die dem Interpreten […]
zum Artikel


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Traditions-Linien: Mit seiner „Lachrimae“-Pavane habe John Dowland nicht nur ein exzellentes Musikstück für Laute komponiert, sondern einen sinnierenden, wehmütigen und nachhorchenden Ton angeschlagen, der für mehrere Jahrhunderte im Lautenrepertoire den Stil vorgegeben hat, ist sich der baskische Lautenist Enrique Solinís sicher. So nennt er sein neues Album „Ars Lachrimae“, hat aber nicht Dowland eingespielt, sondern den Blick auf seine Nachfolger gelegt. Zwei Suiten von Johann […] mehr


Abo

Top