home

N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



Startseite · CD zum Sonntag

22. — 28. Oktober 2022

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Das Trio Atanassov wurde 2007 von Studenten des Pariser Konservatoriums gegründet und zählt mittlerweile zu den führenden Klaviertrios seiner Generation. Namensgebend für die Dreierformation ist der Pianist Pierre-Kaloyann Atanassov, ihm zur Seite stehen der Geiger Perceval Gilles und die Cellistin Sarah Sultan. Die Musiker haben unter anderen bei Wettbewerben in Osaka, Trondheim und Weimar bedeutende Preise gewonnen, für ihre Debüt-CD mit Werken von Antonín Dvořák und Bedřich Smetana wurden sie 2013 mit dem renommierten „Diapason d’Or“ ausgezeichnet. Auf ihrem aktuellen Album, das mit seinem Titel „Bohemian Rhapsodies“ augenzwinkernd auf den berühmten Song der Rockgruppe Queen verweist, widmen sich die Franzosen erneut dem tschechischen Repertoire: Neben dem zweiten Trio und dem „Dumky-Trio“ von Dvořák findet sich darauf auch ein Werk von dessen Schwiegersohn Josef Suk: die Elegie für Violine, Cello, Streichquartett, Harmonium und Harfe op. 23, die Suk 1902 für Klaviertrio arrangierte. Die Musiker wählen für ihre Interpretationen gemäßigte Tempi. So erklingen die Allegro-Sätze nie forciert oder auf Virtuosität gebürstet, dafür verlieren sich die Franzosen anders als manche ihrer Kollegen auch nicht in den schönen Stellen der langsamen Sätze, sondern gestalten diese in natürlichem Fluss. Sie agieren mit einer seltenen Mischung aus großer Präzision und Musizierfreude, dabei beeindrucken immer wieder die Klarheit sowie die liebevolle Detailgestaltung und der Nuancenreichtum ihres Spiels.


15. — 21. Oktober 2022

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Seit er letztes Jahr den ersten Preis beim Internationalen Genfer Musikwettbewerb gewonnen hat, gehört der Japaner Michiaki Ueno zu den meistbeachteten Cellisten der jüngeren Generation. Auch die Fachkritik lobt ihn. So hebt die Genfer Zeitung „Tribune de Genève“ die „explosiven Höhepunkte“ und die „Intensität“ seines Spiels hervor, und Japans zweitgrößte Zeitung „Asahi Shimbun“ rühmt „das Sprechende“ in Uenos Interpretationen. Michiaki Ueno wurde 1995 in Paraguay geboren und begann seine Studien an der Toho Gakuen School of Music in Japan bei Hakuro Mori. Seit 2015 führt er diese an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf bei Pieter Wispelwey fort sowie zusätzlich seit 2021 an der Queen Elisabeth Music Chapel in Brüssel bei Gary Hofman. 2021 hat er sich dazu entschieden, bereits im Alter von 26 Jahren den „Heiligen Gral“ aller Cellisten aufzunehmen: die sechs Solosuiten von Bach. Dafür wählte er das renommierte französische Label La Dolce Volta, das für seine aufwändigen Produktionen mit hochwertigen Booklets bekannt ist. Der japanische Cellist wählt im Vergleich zu seinen Kollegen Heinrich Schiff und Jean-Guihen Queyras eher ruhigere Tempi und nähert sich Bach mit eher schlankem flexiblen Ton und dezentem Vibrato. Sein Spiel ist frei von agogischen Manierismen und wirkt niemals forciert expressiv. Somit ist diese Aufnahme der Suiten eine echte Bereicherung.


08. — 14. Oktober 2022

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Anlässlich des 150. Geburtstags von Alexander Skrjabin drängen dieses Jahr viele Pianisten mit Einspielungen seiner Klavierwerke auf den Markt. Nicht alle von ihnen bewältigen die hohen technischen und musikalischen Anforderungen von Skrjabins Extremwerken, ein Künstler, der jedoch definitiv das nötige Rüstzeug mitbringt, ist der Franzose Vincent Larderet. Er studierte bei Carlos Cebro in Paris, einem Schüler des Ravel-Schülers Vlado Perlemuter, den letzten Schliff holte er sich schließlich beim legendären Bruno Leonardo Gelber.
Larderets Repertoire reicht von Scarlatti bis Boulez, ein besonderes Faible hat er allerdings für französische Musik und Skrjabin. Mit dessen Werken bestreitet er nun sein Debüt mit englischen Label Avie, dabei wählte er Stücke aus allen Epochen aus, sodass sich anhand des Albums die Entwicklung des russischen Komponisten vom Chopin-Nachfolger bis zum Modernisten nachvollziehen lässt. Neben zahlreichen Préludes, Nocturnes und Etüden, gehören dazu auch die Sonaten Nr. 2, 7 und 9 und das effektvolle Poème „Vers la flamme“ (Gegen die Flamme). Als Bonbon nahm Larderet das Stück „Tombeau de Scriabine“ des französischen Komponisten und Musikwissenschaftlers Manfred Kelkel (1929-1999) mit aufs Album, es entstand nach den Skizzen zu Skrjabins unvollendetem letztem Werk „Acte préalable“ und stellt eine formidable Ergänzung zu dessen Originalwerken dar. Vincent Larderet nähert sich den Klangwelten des russischen Meisters eher von der analytischen Seite, sein Spiel strebt nach größtmöglicher Klarheit und dynamischer Differenzierung, dadurch werden auch komplexe Strukturen gut verständlich. Kurz: ein beachtliches Album eines Pianisten, dessen Namen man sich merken sollte.


01. — 07. Oktober 2022

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Für sein aktuelles Album hat der Trompeter Matthias Höfs ein Werk ausgegraben, das als das einzige ernstzunehmende romantische Trompetenkonzert des 19. Jahrhunderts gilt. Es stammt aus der Feder des deutsch-russischen Komponisten Oscar Böhme. Der 1870 bei Dresden geborene Komponist studierte in Deutschland und Ungarn und emigrierte anschließend nach Russland und nahm die russische Staatsangehörigkeit an. Trotz seiner Bemühungen um eine perfekte Integration in die russische Gesellschaft wurde ihm seine deutsche Herkunft bei der Machtergreifung der Bolschewiki zum Verhängnis, er verlor seine Stelle beim Mariinsky-Theater in Petrograd/Leningrad. 1938 wurde Böhme wegen „antisowjetischer Umtriebe“ hingerichtet.



Das hochromantische Konzert, das stilistisch an die Werke für Klarinette und Orchester von Carl Maria von Weber erinnert, umfasst drei Sätze. Der Kopfsatz ist in seinem Gestus dramatisch und stellt an den Solisten Satz hohe virtuose Ansprüche, insbesondere in der Kadenz. Hymnisch und feierlich hingegen präsentiert sich der zweite Satz, ein „Adagio religioso“, während der Finalsatz, ein fröhliches „Allegro scherzando“ tänzerisch bewegten Charakter hat. Neben dem Konzert finden sich noch weitere Trompetenwerke von Böhm, darunter auch ein Sextett, sowie einige Transkriptionen aus der Feder von Matthias Höfs. Er zeigt sich hier mit schlankem Ton und voller Leichtigkeit wieder einmal als einer der besten deutschen Trompeter, dabei ist die Deutsche Kammerphilharmonie ein musikalischer Partner auf Augenhöhe.


24. — 30. September 2022

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Eigentlich plante Gustav Holst eine Pianistenkarriere, eine Nervenentzündung im rechten Arm zwang ihn jedoch dazu, sich umzuorientieren. So wandte er sich der Komposition zu und begann ein Kontrapunktstudium in Oxford. Sein Kollege Ralph Vaughan Williams hatte bereits zwei Jahre in London studiert und war anschließend nach Cambridge gegangen. 1895 trafen sich schließlich beide am Londoner Royal College of Music, daraus entstand eine der dauerhaftesten Freundschaften in der britischen Musikwelt des frühen 20. Jahrhunderts. Beide Komponisten sind in erster Linie durch Orchesterwerke bekannt geworden. Bei Holst sind es „Die Planeten“, die Eingang ins Repertoire gefunden haben, von Vaughan Williams kennt man die „Fantasia on a Theme by Thomas Tallis“ oder die 5. und 6. Sinfonie.
Nahezu unbekannt sind hingegen ihre Streichquartette. Zu Unrecht, handelt es sich doch um emotional unmittelbar ansprechende Werke von großer Individualität. Vaughan Williams schrieb zwei Quartettwerke. Das erste von 1908/1909 ist noch stark romantisch geprägt, während das zweite Quartett (1942-1944) Anklänge an die Moderne aufweist. Von Holst ist nur ein einziges Streichquartett, bekannt, das „Phantasy Quartet on British Folk Songs“. Es stellt ein unmittelbar emotional ansprechendes Werk dar, das sich durch seinen schlichten Volkston und tänzerische Rhythmen auszeichnet. Das englische Tippet Quartet, das sich nach dem Komponisten Sir Michael Tippett benannte, spielt diese Stücke mit romantischem Feuer und viel Klangsinn. Hoffentlich kann diese CD etwas zur Verbreitung dieser wunderbaren Musik beitragen.


zurück 88/89 weiter



CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Beim Namen Galilei denkt man sofort an den genialen Mathematiker und Astronomen Galileo Galilei, der mit seiner exakten Messmethodik die modernen Naturwissenschaften maßgeblich mitbegründete. Doch zur Familie Galilei gehörten auch zwei bedeutende Musiker: Galileos Bruder Michelangelo Galilei und der gemeinsame Vater Vincenzo Galilei. Beide waren hervorragende Lautenisten, Vincenzo setzte sich auch intensiv mit den physikalisch-akustischen Grundlagen der Musikproduktion auseinander und […] mehr


Abo

Top