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Wolfgang Amadeus Mozart

Violinkonzerte Nr. 3 u. 4 u.a.

Julia Fischer, Netherlands Chamber Orchestra, Yakov Kreizberg

PentaTone Classics/Codaex 5186 064
(60 Min., 4/2005) 1 CD

Wie ist er denn nun, der ideale Mozart-Klang? Ist es jener süffig-süßliche Sound aus prä-historisierenden Zeiten, der abwechselnd als Wiener und als Salzburger Mozart-Ton verkauft wurde und immer ein wenig so klingt, als habe Mozart schon zu Lebzeiten einen Werbevertrag mit einer exklusiven Sektkellerei abgeschlossen? Hervorgerufen wird er u. a. durch das irisierend durchschlagende, obertonreiche Timbre der modernen Holzbläser, namentlich der Oboen; er ist zu erleben auch auf der vorliegenden CD, wo das Netherlands Chamber Orchestra unter Yakov Kreizberg bei aller Eleganz und Stringenz der Darbietung doch insgesamt auf ein recht konventionelles Erscheinungsbild setzt: Es mangelt an Nüchternheit, an echten Kontrasten, es wird zu viel Wert gelegt auf puren Schönklang. Julia Fischer passt sich als Solistin diesen Vorgaben an. In ihrem hellen, schnell vibrierenden, glanzvollen Geigenton spiegelt sich das oben erwähnte Holzbläser-Timbre wieder. Gewiss, so kann man Mozarts Violinkonzerte spielen, auch heute noch, aber es ist in einer solchen Interpretation nichts von jenen Maßstäben berücksichtigt, die Dirigenten wie Christopher Hogwood, Roy Goodman oder Roger Norrington in den letzten Jahrzehnten bei ihrer Auseinandersetzung mit der Wiener Klassik gesetzt haben. Gerade eine junge, in vieler Hinsicht hochkarätige Interpretin wie Julia Fischer sollte sich möglicherweise doch breiter orientieren, sich vielleicht von einem anderen musikalischen Umfeld inspirieren lassen als auf dieser CD geschehen.

, 05.11.2005



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