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N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



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Wolfgang Amadeus Mozart

16 frühe Streichquartette

Cuarteto Casals

harmonia mundi HMI 987060.62
(220 Min., 9/2004, 5/2005) 3 CDs

Auf ihrer ersten großen gemeinsamen Musiktournee versetzen Vater Mozart und seine beiden Wunderkinder Wolfgang und Nannerl das westliche Europa zwischen Salzburg, London und Paris in ungläubiges Staunen. Und als ob ihn die Muse nicht unablässig weiter mit Verlockungen und Herausforderungen überschüttet hätte, erprobte sich der Mozart-Sohn bereits mit 14 in der noch jungen, exquisiten Spezialität des Streichquartetts. In (bzw. auf Reisen zwischen) Salzburg, Mailand und Wien brachte er binnen drei Jahren gleich 16 Exemplare der Gattung zu Papier - von Anfang an alles andere als Schülerarbeiten, Kostproben, Talentbeweise.
Die Entwicklungskurve des gleichfalls noch jungen spanischen Cuarteto Casals (Gründungsjahr 1997) zeigt nicht ganz so steil nach oben. Weder der große Namensgeber noch Mozart erscheinen in Reichweite, auch wenn das Ensemble sich schon mancher Auszeichnung und Ehrung oder etwa der Mentorenschaft eines Walter Levin (des einstigen La-Salle-Primarius) rühmen darf. Was an ihrem Mozart-Spiel beim ersten Zuhören noch wie sympathisch frischer Tatendrang wirkt, ermüdet bald als draufgängerische Unbedenklichkeit. Die Vier gönnen sich keine Zeit, Töne mit Eigenschaft zu entwickeln, sie finden weder einen Eigen- noch einen Gesamtklang, sie hören einander einfach nicht zu. Einer hetzt am anderen vorbei oder der eine den anderen vor sich her, und über kurz oder lang nehmen sie allesamt Reißaus vor dem, der diese Musik (sicher in ebenso fliegender Eile, aber der hatte sie auch im Kopf) einmal komponiert hat.

Karl Dietrich Gräwe, 26.11.2005



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