Responsive image
Luigi Boccherini

Arie da concerto

Amaryllis Dieltiens, Capriola di Gioia, Bart Naessens

EPR Classic/in-akustik 05711928
(65 Min., 10/2016)

Boccherini und Gesang – da denkt man zunächst an sein „Stabat Mater“ für Sopran und Streichquintett, jenes Ausnahmewerk, von dem die belgische Sopranistin Amaryllis Dieltiens tatsächlich 2011 eine sehr schöne Aufnahme produziert hat. Nun aber präsentiert dieselbe Sängerin uns weitere Vokalwerke des 1805 in Madrid verstorbenen Italieners: Sieben Konzertarien für Sopran und Orchester von insgesamt zwölf Werken dieses Genres bekommen wir zu hören, alle komponiert auf Metastasio-Texte, die in vertrauter Weise an antike Stoffe anknüpfen. Die Stücke vereinen aus sängerischer Perspektive nach bester Konzertarien-Manier lyrische Reize und virtuose Herausforderungen; in einer der Arien tritt zum Vokalsolo eine obligate Cellopartie von beachtlicher Schwierigkeit hinzu, die von Catherine Jones übrigens sehr präsent und schmelzend schön vorgetragen wird, wenngleich es in ganz hoher Lage ein paar kleine Unebenheiten gibt. Amaryllis Dieltiens ist den Anforderungen der Stücke weitgehend gewachsen: Die Schokoladenseite ihrer Stimme ist sicher die warme, gut abgerundete Mittellage; in der Vollhöhe fällt die eine oder andere kleinere Schärfe im Klang auf, und im Decrescendo verliert sie manchmal ein wenig die Kontrolle über die sonst angenehme vibratoarme Führung der Stimme. Insgesamt erfreut man sich an dieser recht gelungenen Wiedergabe des unbekannten Repertoires, dessen „Entdeckung“ hoffentlich noch viele weitere Interpretationen nach sich ziehen wird.

Michael Wersin, 29.07.2017



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Heute auf den Tag genau, am 26. Januar, wäre sie 75 Jahre alt geworden: Jacqueline du Pré, die viel zu früh verstorbene Ausnahmecellistin, Schülerin von Pablo Casals und Mstislaw Rostropowitsch. Legendär ist nicht nur ihre Aufnahme des Cellokonzerts von Edward Elgar, nein, das Werk selbst, mittlerweile beliebt im Konzertsaal, erfuhr durch du Pré erst seinen Aufschwung: Die Londoner Uraufführung am 27. Oktober 1919 war zunächst eine große Enttäuschung. Der Dirigent Albert Coates hatte […] mehr »


Top