home

N° 1253
14. - 20.05.2022

nächste Aktualisierung
am 21.05.2022



Responsive image

Cross-Platform Interchange

Misha Mullov-Abbado

Edition/Membran EDN1091
(57 Min., 10/2016)

Kein weiteres Wort mehr darüber, dass Misha Mullov-Abbado der Sohn der Geigerin Viktoria Mullova und des Dirigenten Claudio Abbado ist! Denn sein zweites Album unter eigenem Namen zeigt noch mehr als der mit großem Respekt aufgenommene Vorgänger, dass dieser in Großbritannien beheimatete Bassist und Komponist in Wirklichkeit das Kind aller möglichen musikalischen Welten ist.
„Cross-Platform Interchange“ ist eine muntere Fahrt durch das U-Bahn-Netz einer Metropole wie London, in der sich Mentalitäten, Stilistiken, Altes und Neues miteinander verbinden.
Am Anfang der Aufnahme steht Mullov-Abbado jedoch allein im Abteil und bearbeitet seinen Kontrabass mit einiger Fingerfertigkeit und einer bluesigen Erdverbundenheit unter den Kuppen. Der sich dazugesellende Percussionst Elad Neeman ist dann das Bindeglied zum zweiten Stück „No Strictly Dancing“, das die interkulturellen Umsteigemöglichkeiten von Mullov-Abbados Musik in nuce präsentiert. Eine schwermütige, irgendwo zwischen Nahem Osten und Skandinavien schwebende Trompete (gespielt von James Davison) wird von fernöstlich-indisch anmutenden Conga-Schlägen nach Südamerika getrieben, wo der Pianist Liam Dunachie mit einem energischen Solo die Weichen Richtung Jazzmoderne stellt.
So geht es immer weiter: Da steht die Band beim Halt im Bossa-Nova-Brasilien andächtig auf, um Platz für Stan Getz und AC Jobim zu machen („Waves“), lässt in der Metrostation Hardbop den funky Westcoast-Pop der 1970er als blinden Passagier mitfahren („Cross-Platform Interchange“), oder schlüpft gar in die Rolle von U-Bahn-Musikern, die zur Belustigung der Passagiere schellackkratzigen Swingjazz imitieren („Gromit's Grand Outing“).
Auch wenn man den Stilmix auf „Cross-Platform Interchange“ manchmal als etwas zu beliebig empfinden mag – dafür hat Misha Mullov-Abbado jedoch einen Fahrberechtigungsausweis, den nicht jeder vorweisen kann: einen verschmitzten Humor.

Josef Engels, 02.09.2017



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Freiluftmusik: Es muss schon eine besondere Ehre sein, sich als erwählter Liebling eines gekrönten Hauptes zu fühlen. Richard Wagner könnte ein Lied davon singen, aber auch James Paisible. Sagt Ihnen nichts? Jacques oder James Paisible war ein Franzose und im Gefolge Robert Camberts nach England gekommen. Dieser war enttäuscht davon, dass ihn der Italiener Giovanni Battista Lulli (oder später: Lully) aus dem französischen Musikleben verdrängt hatte, wollte daraufhin mit ein paar […] mehr


Abo

Top