Responsive image
Johannes Brahms

Klaviertrios Nr. 1 - 3

Emanuel Ax, Leonidas Kavakos, Yo-Yo Ma

Sony Classical 88985407292
(87 Min.) 2 CDs

Wenn drei prominente Brahms-Liebhaber sich zusammentun, um einen der spektakulärsten Gipfel der Klaviertrio-Literatur zu erklimmen, sind die Erwartungen durchaus hoch. Pianist Emanuel Ax, Violinist Leonidas Kavakos und Cellist Yo-Yo Ma haben jetzt mit ihrer Gesamtaufnahme der drei Brahms-Würfe wieder einmal gezeigt, dass sich nur die drei Richtigen zu einer Allstar-Formation finden müssen, um Beeindruckendes zu leisten. Der Unruhe-Puls, mit dem das Doppelalbum im 2. Klaviertrio eröffnet wird, sorgt sofort für höchste Aufmerksamkeit, bevor Ax, Kavakos und Ma den Schalter umlegen und furios zur Sache gehen – und dabei geradezu hymnisch das Leben feiern. Allein dieser Eröffnungssatz entpuppt sich als ein kammermusikalisches, knapp zehnminütiges Fest, das so nie gelingen könnte, wenn hier nicht drei solche Teamplayer am Werk wären. Die damit hoch gelegte Messlatte wird aber in keinem der noch folgenden elf Sätze unterschritten. Innige Ruhe lassen die Musiker nicht nur im Andante con moto von op. 87 einkehren. Auch das Andante grazioso von op. 101 könnte man sich nicht delikater gespielt vorstellen. Im Adagio von op. 8 scheinen die drei Musiker endgültig in jene metaphysischen Sphären aufzusteigen, in denen sich der späte Beethoven zuhause fühlte. Doch auch in den schnellen Sätzen zieht diese Musikergemeinschaft mit Herz und Verstand an einem Strang. Da inszeniert man die von Brahms angedeuteten oder vollzogenen Stimmungsumbrüche forsch, robust und zupackend und dann wieder mit einem melancholisch-märchenhaften, kostbaren Ton, der wie aus einem Guss zelebriert wird. Das Treffen genau dieser drei Musiker war eben doch mehr als nur ein glücklicher Zufall.

Guido Fischer, 23.09.2017



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

God Save the King, Rule Brittania, Tochter Zion. Was findet man nicht alles im Beethovenschen Œuvre, genauer gesagt unter den Variationswerken, wenn man nur ein bisschen in dem gräbt, was üblicherweise nicht zur Aufführung gebracht wird. Und so ist diese Gesamteinspielung der Werke Ludwig van Beethovens für Violoncello und Klavier von Nicolas Altstaedt und Alexander Lonquich zuallererst repertoiretechnisch interessant. Zumal sie die gesamte stilistische Bandbreite im Schaffen Beethovens […] mehr »


Top