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Benedetto Marcello

Estro poetico-armonico, Sonata a tré

Caroline Pelon, Mélodie Ruvio, L’Amoroso, Guido Balestracci

Arcana/Note 1 A441
(75 Min., 9/2016)

Der Titel der auf dieser CD auszugsweise vorgestellten Sammlung Benedetto Marcellos, „Estro poetico-armonico“, führt durch sein Anklingen an Vivaldis ganz ähnlich benannte Sammlung von Violinkonzerten vollkommen auf die falsche Fährte: Marcello nämlich bündelte unter diesem Namen seine Vertonungen von Psalmen, welche sich durch einige Besonderheiten auszeichnen. Äußerlich betrachtet in die seinerzeit übliche Kantaten-Form (Rezitative und Arien) gefasst, wurden sie allerdings ungewöhnlicherweise über italienischsprachige Versionen der Psalmen von G. A. Giustiniani komponiert. Damit waren sie für den liturgischen Gebrauch nicht geeignet und sollten stattdessen vielmehr im Rahmen von häuslichen Andachten erklingen. Außerdem verwandte Marcello beim Komponieren offenbar Melodien aus der Antike und aus dem sephardischen und ashkenazischen Judentum, wie der Autor des sehr informativen Beihefttextes dieser CD erklärt. Insofern handelt es sich bei Marcellos Psalmenvertonung um ein ausgesprochen aspektreiches Werk. Faszinierend ist zudem auch die immer wieder deutlich spürbare Textnähe der Vertonungen und häufig auch deren musikalische Schönheit als solche. Leider kann diese außer dem gut besetzten Instrumentalensemble lediglich die Altistin Mélodie Ruvio voll zur Geltung bringen. Die Sopranistin Caroline Pelon hingegen kämpft teilweise mit stimmlicher Müdigkeit, die sich dann sowohl auf ihre Intonation wie auch auf die Flexibilität ihrer Stimmführung negativ auswirkt.

Michael Wersin, 03.02.2018



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