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N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



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Nicola Porpora

Germanico in Germania

Max Emanuel Cencic, Julia Lezhneva, Mary-Ellen Nesi, Capella Cracoviensis, Jan Tomasz Adamus u.a.

Decca/Universal 4831523
(218 Min., 7 & 8/2016) 3 CDs

Eine Weltneuheit aus der Werkstatt des legendären Stimmenschmieds Nicola Porpora! Nach der Erstaufführung im Jahr 1732 hat seine Historienoper „Germanico in Germania“ nicht nur bis 2015 warten müssen, um ihre moderne Uraufführung zu erleben, sondern ist jetzt auch erstmals auf Tonträger erschienen. Und um es gleich zu sagen: Diese Barockoper schlägt nicht zuletzt dank einer durchweg erstklassigen Besetzung nahezu alle Opernentdeckungen aus dem Rennen, die in den letzten Jahren veröffentlicht worden sind. Natürlich hat die Suche nach bislang übersehenem Barockrepertoire aus Italien auch Porpora wieder mehr ins Blickfeld der Alte Musik-Industrie gerückt. Wobei der vor 250 Jahren verstorbene Neapolitaner nicht zuletzt als komponierender Gesangslehrer der Kastraten Farinelli und Caffarelli gesehen und auf zahlreichen Recitals angesagter Countertenöre gefeiert worden ist. Auch Max Emanuel Cencic hat sich immer wieder über so manches Bravourstück mit Porpora beschäftigt. Doch da Cencic nicht nur sängerisch Maßstäbe setzt, sondern sich nebenbei intensiv und erfolgreich der Notenarchiv-Recherche widmet, konnte er endlich mit „Germanico in Germania“ seine erste Porpora-Oper hervorzaubern und sogleich mit der von Jan Tomasz Adamus geleiteten Capella Cracoviensis einsingen.
Bei dem Stoff geht es, wie könnte es anders sein, um Macht und Liebe. Der römische Feldherr Germanico knöpft sich mit seiner Armee das Feindesland Germania vor. Und bei diesen ganzen Kriegswirren kommt es zum obligatorischen Techtelmechtel zwischen dem römischen Hauptmann Cecina und der germanischen Fürstentochter Ersinda. Bis zum Happy End an allen Fronten dauert es über drei Stunden. Aber während diese Zeitstrecke bei anderen Barockopern schon mal ziemlich langatmig werden kann, vergeht sie hier fast wie im Flug. Was zum einen an Porporas Musik mit ihren nimmer versiegenden Einfällen liegt. Zum anderen entfacht die Capella Cracoviensis auf ihren historischen Instrumenten schon mal fulminante Orkanstärke. Und bei dem sechsköpfigen Vokalensemble ist jede Stimme ein Volltreffer. Ohne Pause reichen Cencic (Germanico), Julia Lezhneva (Ersinda), Mary-Ellen Nesi (Arminio), Juan Sancho (Segeste), Dilyara Idrisova (Rosmondo) und Hasnaa Bennanini (Cecina) untereinander den Staffelstab weiter, was makellose Beweglichkeit bis in die höchsten Lagen, atemberaubend funktionierende Brillanz und eine zeitlos berührende Ausdruckskultur angeht. Das Porpora-Jahr 2018, es hat wohl schon jetzt seinen Höhepunkt erreicht.

Guido Fischer, 24.02.2018



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