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Georg Philipp Telemann, Frantisek Benda, Johann Philipp Kirnberger, Stanislav Palúch u.a.

Vittorio Ghielmi, Dorothee Oberlinger, Il Suonar Parlante Orchestra

Alpha/Note 1 ALP392

(59 Min., 5/2016 & 6/2017)

Georg Philipp Telemann war bekanntermaßen musikalisch vielsprachig interessiert. Und im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen, die ihre Antennen nur nach Italien und Frankreich ausrichteten, brach er auch nach Polen auf und lauschte dem Volk seine Melodien ab. Ganz bestimmt ist ihm damals auch eine dieser Zigeunerkapellen untergekommen, die mit ihren Geigen und Cymbalons in den osteuropäischen Landstrichen zum Tanz, aber auch zu Trauerfeiern aufspielten. Dem Geist dieser Zigeunerbands hat nun auch Alte Musik-Spezialist und Edel-Gambist Vittorio Ghielmi intensiver nachgespürt, nachdem er auf einer Reise durch das rumänische Siebenbürgen auf Volksmelodien aus dem 18. Jahrhundert stieß. Prompt bearbeitete Ghielmi viele der Stücke für sein Suonar Parlante Orchestra, dem zahlreiche Barock-Könner angehören, wie etwa auch Blockflötistin Dorothee Oberlinger. Zudem richtete er auch Tanz- und Konzertsätze von Telemann-Zeitgenossen wie Johann Philipp Kirnberger, Franz Benda sowie Antonio Vivaldi für seine Truppe ein, die von Stanislav Palúch (Violine) und Marcel Comendant (Cymbalom) tat- und farbkräftig unterstützt wird. Nicht umsonst, denn bereits ab dem zweiminütigen Telemann-Muntermacher, der das Album „Gypsy Baroque“ eröffnet, verschwimmen Kunst- und Volksmusik derart furios, beschwingt und feurig, dass es einen kaum auf dem Sitz hält. Schon allein der „Cyganji-Tanz“, den Ghielmi in Rumänien entdeckt hat, ist lupenreiner Gypsy-Baroque-Rock´n`Roll!

Guido Fischer, 24.03.2018



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