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Light Blue

Martin Wind

Laika/Rough Trade 35103572
(60 Min., 4/2017)

Es gibt sie immer noch, die unaufdringlichen, beseelten Akustik-Alben. Martin Wind, deutscher Kontrabassist mit Wohnsitz in New York, hat ein solches Opus vorgelegt, bei dem jeder Ton wohlplatziert wirkt, keiner zu viel und keiner zu wenig ist. Dabei gönnte er sich das Vergnügen, das eigene Instrument ein klein wenig mehr nach vorn zu rücken und etwas solistischer zu spielen, als dies allgemein Bassisten zugestanden wird. So aber fällt auf, welch starker Melodiker der Fünfzigjährige ist. Das Album „Light Blue“ spielte er an zwei aufeinander folgenden Tagen mit zwei verschiedenen Bands ein. Mit dem Schlagzeuger Matt Wilson, dem Pianisten und Organisten Gary Versace, der Trompeterin Ingrid Jensen und dem Saxofonisten Scott Robinson entstanden drei in weiten Räumen schwebende Nummern, eine Reminiszenz an die Cool-Ära der 1950er sowie ein funky pulsierendes „Power Chords“. Bei der zweiten Session hatte er den Schlagzeuger Duduka Da Fonseca, den Pianisten Bill Cunliffe, Scott Robinson und die Klarinettistin Anat Cohen sowie die Sängerin Maucha Adnet an seiner Seite. Hier kommen brasilianische Rhythmen ins Spiel, in denen Wind mit dem Kontrabass stärkere rhythmische Akzente als in der ersten Session setzt und trotzdem ein hervorragender Melodiker bleibt.

Werner Stiefele, 07.04.2018



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