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Ludwig van Beethoven, Dmitri Schostakowitsch

Sinfonie Nr. 5

Dresdner Philharmonie, Michael Sanderling

Sony 19075820802
(81 Min., 11/2016 & 10/2017)

Mit den fünften Sinfonien beider Protagonisten setzen Michael Sanderling und die Dresdner Philharmonie ihren Beethoven-Schostakowitsch-Zyklus fort. Im Hinblick auf die Orchesterkultur und die Homogenität des Klangkörpers bei der Umsetzung von Sanderlings grundsätzlichem Interpretationsansatz ist das Ergebnis durchaus beachtlich: Die großräumig angelegte Entfaltung des sperrig-barockisierenden Themas im Kopfsatz der Schostakowitsch-Sinfonie etwa gelingt insgesamt überzeugend, ebenso die zielgerichtete Bündelung der Stimmgruppen des Orchesters in der Exposition des Kopfsatzes von Beethovens „Fünfter“ – die Disziplin des Klangkörpers lässt nirgends zu wünschen übrig. Nachholbedarf gibt es hingegen noch in der interpretatorischen Detailarbeit: Vergleicht man Sanderlings Einspielungen mit den Spitzen-Aufnahmen vergangener Jahrzehnte, dann fällt auf, dass in dynamischer, artikulatorischer und auch klangfarblicher Hinsicht noch Luft nach oben wäre – nicht etwa, um lediglich einfach oberflächlich gesehen „noch mehr zu bieten“, sondern tatsächlich im Sinne des Aussagegehalts, der sich in den Werken verbirgt und der von jedem Ensemble bzw. jedem Dirigenten individuell (und mit durchaus unterschiedlichen Ergebnissen) hervorzuholen ist. An diesem Punkt bleibt beim bloßen CD-Hörerlebnis freilich die Frage offen, ob Sanderling selbst in puncto Inspiration und Durchsetzung seiner Intention noch aufzustocken hätte oder ob bereits die Grenzen der Leistungsfähigkeit des Orchesters hörbar werden. Diesbezüglich sind Sanderling und die Dresdner Philharmonie – trotz bereits laufendem Aufnahmezyklus – noch unterwegs zu höheren Zielen. Man darf weiterhin gespannt sein!

Michael Wersin, 09.06.2018



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