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George Bizet

Les pêcheurs de perles

Julie Fuchs, Cyrille Dubois, Florian Sempey, Luc Bertin-Hugault, Le Cris de Paris, Orchestre National de Lille, Alexandre Bloch

Pentatone/Naxos PTC5186685
(110 Min., 5/2017) 2 SACDs CDs

Lange hat man über dieses Werk die Nase gerümpft und es als für zu leicht befunden. Doch inzwischen haben George Bizets musikalisch gar nicht so exotische, aber trotzdem sehr eingängige „Perlenfischer“ auch in unseren Breiten mehr Aufmerksamkeit erfahren. Weil es eine simple Oper über eine wunderbare Männerfreundschaft ist, die – natürlich wegen einer Frau – gleich einigen Belastungen ausgesetzt sein wird und die sich in ein sonnen- wie sariglühendes Ceylon von gestern träumt. Die Oper kann so etwas eben. Und muss sich nicht mal dafür rechtfertigen. Vor allem wenn sie so schöne, auch beim Wiederhören nicht abgenutzte Melodien aufweist. Mit feinem Klangparfüm, zart, üppigsüß. Aus einigen konzertanten Aufführungen in Lille wurde jetzt eine sehr ansprechende Neueinspielung kompiliert, die nicht nur den jüngsten Forschungsstand der vielfach bearbeiteten Partitur (das Original ist unerreichbar in Privatbesitz) berücksichtigt, sondern ganz offensiv auf vielleicht (noch) nicht berühmte, aber junge, gute und vor allem französischsprachige Sänger setzt. Auch Alexandre Bloch am Pult des Orchestre National de Lille weiß genau, wie das klingen muss, charmant, aber mit Temperament, lyrisch und flexibel in den Tempi. Gar nicht schreiend: der Chor mit dem lustigen Namen Le Cris de Paris. Julie Fuchs, gegenwärtig so etwas wie die Soprannaive vom Dienst, gibt der Leïla Charme und Finesse, die ansprechenden, leichten Stimmen von Cyrille Dubois (Nadir) und Florian Sempey (Zurga) mischen sich im berühmten Duett harmonisch ideal. Luc Bertin-Hugault gibt versiert den Hohepriester. Wahrlich, eine opak schimmernder Opernperle.

Matthias Siehler, 09.06.2018



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