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N° 1237
22. - 28.01.2022

nächste Aktualisierung
am 29.01.2022



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Max Bruch

Schottische Fantasie, 1. Violinkonzert

Joshua Bell, Academy of St Martin in the Fields

Sony 19075842002
(56 Min., 9/2017)

Das 1. Violinkonzert von Max Bruch kennt Joshua Bell seit der ersten Einspielung aus dem Jahr 1991 wie seine Westentasche. Mit der nicht weniger berühmten „Schottischen Fantasie“ für Violine und Orchester des Kölners hat sich der amerikanische Geiger dagegen zumindest auf Tonträger nun zum ersten Mal beschäftigt. Und wer für die einst von Jascha Heifetz wachgeküsste „Schottische Fantasie“ jetzt auch einmal auf Kopfhörer zurückgreift, wird zunächst vom Klangbild irritiert sein. Denn wie hinter Glasscheiben muss sich die traditionsreiche, von Bell dirigierte Academy of St Martin in the Fields bisweilen verstecken, um dem Stargeiger den entsprechenden Platz zu bieten.
Dabei sind gleich die Eröffnungstakte auch im Dialogischen zwischen Solist und Orchester äußerst vielversprechend ausgefallen. Ein kleiner Schauder überkommt einen bei der vom satten (Wagner-)Blech angeführten konduktartigen Einleitung, die Bell mit einer einsamen Sehnsuchtsmelodie beantwortet. Viel Dramatik, viel Pathos steckt in dem Eröffnungssatz. Trotzdem schlägt bei aller verlockenden Herrlichkeit, die auch in Bells Gänsehaut-Sound steckt, das Rührende so gar nicht ins Kintopp-Kitschige um. Und in dem himmlischen „Andante sostenuto“ erweist sich Bell auf seiner Stradivari gar als volksmusikalischer Orpheus. Überhaupt hat er hier wie auch in dem 1. Violinkonzert die ideale Balance zwischen Gestaltungskunst und Genuss gefunden. Und beim zweiten Hauptwerk kommt zudem das Klangbild schon etwas ausgewogener daher.

Guido Fischer, 14.07.2018



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