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Georg Friedrich Händel

Acis and Galatea

Lucy Crowe, Allan Clayton, Benjamin Hulett, Neal Davies, Jeremy Budd, Early Opera Company, Christian Curnyn

Chandos/Note 1 CHSA0404
(87 Min., 11/2017) SACD

Eine wundervolle Verklanglichung von Georg Friedrich Händels englischer „Acis-und Galatea“-Version von 1718 (eine musikalisch komplett andere, italienische Vertonung hatte er schon als junger Mann in Neapel geschaffen) erwartet den Hörer dieser Doppel-CD: Man mag zunächst erschrecken, wenn man die äußerst straffen Tempi der Sinfonia und des ersten Chores erlebt – bis zum Ende des Stücks summiert sich Curnyns Vorsprung gegenüber John Butts auch nicht eben lahmer Einspielung auf sieben Minuten –, aber man gewöhnt sich an die Rasanz: Sie ist ja immerhin durchweg gepaart mit staunenswerter Brillanz auf vokaler wie instrumentaler Ebene. Im Gesang sorgen hierfür die wundervolle Lucy Crowe als leuchtend klar timbrierte Galatea und der ebenso leichtfüßig wie strahlkräftig agierende Allan Clayton als Acis an ihrer Seite. Neal Davies hat bei markanter Kernigkeit seiner angenehmen Bassbariton-Stimme die nötige Martellato-Energie für seine nicht übermäßig dankbare Rolle: Fast nirgends darf der einäugige Störenfried schön singen, stattdessen hat er zu poltern und zu wüten. Das Instrumentalensemble unter Leitung von Christian Curnyn verfügt über brillante Blockflöten auf der einen und eine ausgesprochen wache und flexible Continuo-Gruppe auf der anderen Seite der breiten klanglichen Skala, die Händel hier auch ohne Trompeten und Pauken herbeizuzaubern vermag. Die Aufnahme ist insgesamt ein äußerst erfreuliches Dokument lebendiger Händel-Kultur im zeitgenössischen England.

Michael Wersin, 28.07.2018



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