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Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven

Quintette für Klavier und Bläser

Ensemble Dialoghi

harmonia mundi HMM 905296
(51 Min., 11/2015)

Fast schmerzhaft in seiner Intensität ist der erste Tutti-Akkord des Mozart-Quintetts: Die historischen Blasinstrumente (Oboe, Klarinette, Horn und Fagott) erzeugen gemeinsam mit dem Hammerklavier einen ungeheuer dichten, obertonreichen Klang, der ein sinnliches Faszinosum erster Güte ist. Augenblicklich erwacht die Freude auf die kommenden 50 Minuten, die man in dieser Klangwelt verbringen darf. Mozarts Quintett, von ihm selbst sehr hoch geschätzt, ist ein kammermusikalisches Kleinod par excellence. Die Begeisterung der Musiker ist in jedem Moment zu spüren: Cristina Esclapez lässt die Läufe des Klavierparts in brillanter Non-Legato-Manier förmlich explodieren, und ein jeder Bläser scheint das markante Timbre, das er beizutragen hat, in jeder Sekunde zu genießen.
Beethovens Quintett gilt als Jugendwerk, obwohl Beethoven bei der Komposition nur zwei Jahre älter (nämlich 28) war als Mozart, der sein Quintett 1784 als 26-Jähriger auf dem Zenit seines Könnens verfasst hat. Im Tonfall ist Beethovens Stück feinnerviger, aggressiver und affektiv wechselhafter als dasjenige von Mozart – es bringt für die Musiker andere dramaturgische Herausforderungen mit sich: weniger Klangschwelgerei, mehr kleingliedriges Artikulieren, hochaufmerksames Reagieren, nachdrückliches Insistieren … Wen wundert‘s? Auch diese Nummer gelingt perfekt. Eine fulminante Produktion!

Michael Wersin, 11.08.2018



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