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Gabriel Fauré

The Secret Fauré (Orchester-Lieder & -Suiten)

Olga Peretyatko, Benjamin Bruns, Balthasar-Neumann-Chor, Sinfonieorchester Basel, Ivor Bolton

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(74 Min., 8/2017)

Mit seinen 99 sogenannten „Mélodies“ hat sich Gabriel Fauré in die Musikgeschichte als einer der Stammväter des französischen Kunstliedes eingeschrieben. Und in nahezu jeder dieser wertvollen Vokalperlen ließ er die verzaubernde Fin de Siècle-Aura in scheinbar endlosem Melos dahinströmen. Als ein „Meister des Anmutigen“ hat ihn einmal Claude Debussy bewundernd bezeichnet – was Faurés überaus prominent besetzte Kompositionsschülerschar, Ravel, Charles Koechlin und Nadia Boulanger, wohl ähnlich sah. Faurés magisch-schöne, verlockend zarte, auch von so manchen Wagnerismen und nicht selten dem Farbton der Querflöte aromatisierte Klangwelt ist im Intimen wie im Raumfüllenden eine Einladung zum puren Genuss. Vorausgesetzt, man darf, wie jetzt im Fall von vier orchestrierten Liedern Faurés, einer Sopranistin wie Olga Peretyatko dabei zuhören, wie sie sich mit aller Milde, mit Sentiment, (Herzens-)Wärme und dahingleitender Opulenz in diese Oden verliert. Zu finden sind sie auf dem Album „The Secret Fauré“, bei dem man tatsächlich nahezu ausschließlich auf kaum Bekanntes aus der Feder des französischen Romantikers stößt. Federführend bei der Programmzusammenstellung war der englische Chefdirigent des Sinfonieorchesters Basel, Ivor Bolton. Den Schwerpunkt bilden vor allem Schauspielmusiken wie zu Alexandre Dumas´ „Caligula“, Edmond Haraucourts Shakespeare-Adaption „Shylock“ sowie zu Maeterlincks „Pelléas et Mélisande“. Natürlich muss man bei dieser Orchestersuite, die mit der „Sicilienne“ den einzigen Ohrwurm des Albums enthält, unweigerlich mitsummen. Aber im Grunde ist alles ähnlich kostbar und farbenreich ausmusiziert. Und wenn sich dann auch noch die Damen des Balthasar-Neumann-Chors in „Caligula“ regelrecht als Sirenen der Extraklasse erweisen, ist das ein weiteres von vielen Argumenten, sich sofort diese seltene Klangschatztruhe zuzulegen.

Guido Fischer, 18.08.2018



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