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Charles Gounod

Musica sacra

Raphaela Mayhaus, Christa Bonhoff, Tobias Götting, Kammerchor "I Vocalisti", Hans-Joachim Lustig

Carus/Note 1 CAR 83.161
(65 Min., 7/2004) 1 CD

Die meisten der insgesamt 21 Messordinarien von Charles Gounod sind unprätentiöse, wenig spektakuläre Werke, die auch in kleinerer Besetzung, häufig nur mit Orgelbegleitung ausgeführt werden können. Gounod, der nach den Wirren der französischen Revolution als einer der ersten Komponisten von Rang das geistliche Musikschaffen wieder aufgriff, reagierte damit auf ein völlig verändertes Musikleben, innerhalb dessen das ehemalige höfische Berufsmusikertum an Bedeutung verloren hatte; an dessen Stelle trat das erwachende Interesse des Bürgertums an selbständiger künstlerischer Betätigung auf laienhaftem Niveau. Gounod befriedigte überdies das Bedürfnis nach wohlklingender, melodienseliger Kirchenmusik mit gefühlvollen harmonischen Wendungen; sein persönliches Engagement in puncto traditioneller kultischer Musik ließ ihn auf diesem stilistischen Hintergrund immer wieder auch gregorianische Melodien verarbeiten.
Mit den beiden Messen Nr. 5 (aux séminaires, für dreistimmigen Männerchor und Orgel) und Nr. 7 (aux chapelles, für gemischten Chor und Orgel), deren akustisches Erscheinungsbild mit dem Pomp der bekannten "Caecilienmesse" nichts gemein hat, sowie einiger stimmungsvoller Einzelstücke repräsentieren Hans-Joachim Lustig und der Kammerchor "I Vocalisti" dieses Repertoire auf hochkarätige Weise, verfügt das Ensemble doch über einen ansprechenden, biegsamen und jungen Chorklang, der von den Unarten des institutionalisierten Berufschorgesangs - Vibrato, Abnutzungserscheinungen, professionelle "Distanzhaltung" zum Werk - vollkommen frei bleibt. So homogen und detailliert durchstrukturiert wird’s zu Gounods Zeiten wohl kaum geklungen haben; über diesen "unhistorischen" Aspekt der Interpretation sehen wir allerdings gern hinweg.

, 21.05.2005



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