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Franz Schubert, Johannes Brahms

Sinfonie Nr. 5 B-Dur, Serenade Nr. 2 A-Dur

Orchestre Révolutionnaire et Romantique, John Eliot Gardiner

Soli Deo Gloria/harmonia mundi SDG 729
(59 Min., 11/2016)

Eine eigenartig Bläser-lastige Version von Schuberts „Fünfter“ präsentiert John Eliot Gardiner als Live-Einspielung mit dem Orchestre Révolutionnaire et Romantique. Der leicht soßige Klang im Tutti kommt u. a. zustande durch inkongruentes Artikulieren von Streichern und Bläsern. Warum das für die CD-Ausgabe so stehen blieb, ist nicht nachvollziehbar: Der klassizistische Charakter dieser Sinfonie wird auf diese Weise geradezu geleugnet. Zum Vergleich höre man etwa Roy Goodmans streicher-geführte Einspielung oder Jos van Immerseels viel zügigere Version – beide klingen mit ihrem klar definierten, schlanken Streichersound nach dem noch klassisch orientierten Schubert vor dem Ereignis der h-Moll-Sinfonie (der „Unvollendeten“).
Besser müsste es in Gardiners Live-Mitschnitt demnach mit der Brahms-Serenade werden. Hier stören allerdings am Beginn noch die recht unsauberen Bläser. Danach kann der nunmehr anders als bei Schubert gut gemischte, meistens homogene Klang durchaus erfreuen. Wohlgemerkt: Haltlose Begeisterung kommt auch hier nicht auf. Aber zumindest lässt so manche heikle Bläserpassage erahnen, auf welch hohem Niveau die Orchesterkultur des historisierend musizierenden Ensembles der Möglichkeit nach eigentlich zu verorten wäre.

Michael Wersin, 18.08.2018



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