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Pietro Locatelli, Baldassare Galuppi, Antonio Caldara, Francesco Durante u.a.

1700 (Sinfonien, Concerti, Sonate)

Concerto Italiano, Rinaldo Alessandrini

Naïve/Indigo 158362
(65 Min., 10/2017)

Der lapidare Titel dieser CD – „1700“ – markiert nicht gerade eine magische Jahreszahl (wie anders sah das im Fall von „1600“ aus, dem Vorgängeralbum!). Dennoch ist die Idee, italienische Instrumentalmusik des Hochbarock, die ja zu jener Zeit stilistisch auf ganz Europa ausstrahlte, exemplarisch vorzustellen, eine sehr gute: Neben bekannten Namen wie vor allem Vivaldi, aber auch Caldara oder Geminiani, weist das Programm auch weniger bekannte auf. Michele Mascitti oder Gaetano Pugnani dürften vor allem spezieller interessierten Hörern bekannt sein. Alle Werke miteinander – es handelt sich um Concerti, Sinfonien und eine Sonate – geben einen reichhaltigen Überblick über das, was um 1700 in puncto Melodik, Harmonik und formalen Anlagen möglich und üblich war. Alessandrini und seine Musiker tragen mit ihrer historisch informierten, aber alles andere als akademischen Herangehensweise dazu bei, das Repertoire wirkungsvoll zum Leben zu erwecken: Bei aller Vibratoarmut agieren die Streicher klangorientiert und entlocken den Kantilenen erfolgreich ihre Sinnesreize. Die Tempi sind nicht übermäßig sportlich, was sich sehr angenehm auswirkt im Gesamtkonzept der Klang-Orientiertheit: Geschwindigkeit wird nicht zur Masche, sondern befindet sich in sinnvoller Balance zu den anderen Parametern der Interpretation. Somit lässt sich, resümiert man all diese Aspekte, die vorliegende CD nur wärmstens empfehlen.

Michael Wersin, 25.08.2018



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