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Anton Zimmermann

Sinfonien c-Moll, e-Moll, B-Dur

l´arte del mondo, Werner Ehrhardt

dhm/Sony 19075851632
(60 Min., 1/2018)

Wenn wieder einmal völlig vergessene Komponisten auftauchen, die irgendwann einmal im 18. Jahrhundert an einem der europäischen Fürstenhöfe gewirkt haben, muss man auf der Hut sein. Denn dahinter versteckt sich allzu oft einer jener Kleinmeister, die in Wahrheit zu Recht in Vergessenheit geraten ist. Nicht so, wenn Werner Ehrhardt und sein Alte Musik-Team l´arte del mondo eine Entdeckung aus dem Hut zaubern – dann kann man sich darauf verlassen, dass man nicht enttäuscht wird. Erst im Frühjahr begeisterte man mit der Weltersteinspielung von Sinfonien des Wieners Karl von Ordoñez. Jetzt hat man direkt nachgelegt – mit drei ebenfalls erstmals aufgenommenen Sinfonien des Österreichers Anton Zimmermann (1741 - 1781). Geboren im schlesischen Breitenau, wirkte Zimmermann vorrangig in Pressburg, wo er die von ihm gegründete Hofkapelle mit entsprechenden musikalischen Aufgaben versorgte. Wahrscheinlich stammen auch die drei Sinfonien, die l´arte del mondo nun gewohnt spritzig bis delikat eingespielt haben, auch aus dieser Pressburger Zeit. Auch wenn der Begriff „Unbekannter Rebell“, der im Booklet für Zimmermann gefunden wurde, doch etwas überzogener PR-Sprech ist, gibt es zahlreiche Überraschungen und kleine Geniestreiche, die einen aufhorchen lassen. So sehr die hier zu hörende c-Moll-Sinfonie durch ihre Satzabfolge „langsam – schnell – langsam – schnell“ old-fashioned barock daherkommt, kann es schon das Eingangs-„Adagissimo“ mit seiner ergreifend dunklen Färbung locker mit ähnlichen Coups etwa von Haydn aufnehmen. Überhaupt erweist sich Zimmermann als ein Meister und Könner auf dem Gebiet der langsamen, ungemein ausdrucksstarken Sätze. Und wenngleich die Allegros dagegen eher konfektioniert wirken, hätte sich allein für die Andantes und Adagios dieses CD-Projekt schon gelohnt.

Guido Fischer, 08.09.2018



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