Responsive image
Camille Saint-Saёns

Concertos 2 & 5, Solo Piano Works

Bertrand Chamayou, Orchestre National de France, Emmanuel Krivine

Erato/Warner 9029563426
(77 Min., 12/2017 & 4/2018)

Der 1981 in Toulouse geborene Pianist Bertrand Chamayou eröffnet sein reines Saint-Saёns-Programm mit dem zweiten Klavierkonzert in g-Moll, hierzulande wohl eines der bekanntesten Stücke des Franzosen. Nicht allzu tiefgründig wie viele Werke von Saint-Saёns, erzielt dieser prächtige Virtuosen-Schinken sein volles Maß an elektrisierender Eleganz nur dann, wenn Orchester und Pianist absolut à point zusammenwirken – besonders der Mittelsatz hat diesbezüglich seine Tücken. Und siehe da: Chamayou und Emmanuel Krivine erweisen sich als Traumpaar. Die mühelos perlenden Läufe des Pianisten finden im Orchesterpart stets tadellos ihr Ziel; die knackige Artikulation, mit der Chamayou den Klavierpart zum Funkeln bringt, wird perfekt vom Orchester aufgegriffen.
Das gelungene Miteinander bei „Saint-Saёns 2“ steigert natürlich die Vorfreude auf den weiteren Verlauf des Programms: Das fünfte Klavierkonzert, das wegen eines Themas im Mittelsatz den Beinamen „L’Égyptien“ trägt, begeistert nicht weniger als das vorausgegangene, und der anschließende bunte Strauß von Solo-Klavierwerken ist nochmals ein mitreißender Beleg für die hervorstechende Qualität der Klaviermusik von Saint-Saёns. Sie vermag auf höchstem Niveau zu unterhalten und kündet in jeder Sekunde von der pianistischen Virtuosität ihres Schöpfers, die immens gewesen sein muss. Bertrand Chamayou erweist sich der daraus erwachsenden Verpflichtung in jedem Moment dieser Produktion als voll und ganz würdig.

Michael Wersin, 22.09.2018



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Ironie, Satire, Persiflage: Es sind die wohl schwierigsten Kommunikationsformen überhaupt. Und noch mehr, wenn es um musikalische Kommunikation geht. Denn hier ist selten einfach das gemeint, was offensichtlich ausgedrückt wird, sondern meist eine Haltung des Komponisten dazu, sei es eine Distanzierung, eine Kritik oder einfach nur ein derber Spaß, den er sich erlaubt. Dmitri Schostakowitsch war ein Meister dieser unterhaltsamen Kunst der Zwischentöne. Sein erstes Klavierkonzert, das er mit […] mehr »


Top