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Henry Purcell

Songs & Dances

Tom Mead, Franҫois Lazarevitch, Les Musiciens de Saint-Julien

Alpha/Note 1 ALP419
(66 Min., 4/2018)

Wie seine Kollegen Mozart und Schubert gehörte Henry Purcell zu den allzu früh Verstorbenen. Doch auch er hat in seinen 36 Lebensjahren die menschliche Stimme mit zahllosen Wunderwerken verwöhnt. „Strike The Viol“ etwa ist eine muntermachende Ode an die Musik, die sanft dahin wiegende Ballade „Fairest Isle“ dagegen pure Gänsehaut. Und „What Power Art Thou“ – besser bekannt als „Cold Song“ – ist ein packender, weil monoton zuckender Klangvokalkörper. Dass diese drei Evergreens im Grunde bei keinem Purcell-Recital fehlen dürfen, ist unter Countertenören common sense. Und im Fall des Engländers Tim Mead kann man nur hinzufügen: zum Glück!
Nicht nur vermittelt Mead mit jeder Note, dass diese Musik längst in seine künstlerische DNA übergangen ist. Wie er hier wie überhaupt bei dem gesamten Programm den unmittelbaren, natürlichen Ausdruck der Purcell-Songs ins Zentrum stellt und ihn mit seinem mal leuchtenden, mal zart dahinschwebenden und dann wieder bewegenden, bittersüßen Gesang feiert, ist seit dem bahnbrechenden Purcell-Album von Andreas Scholl so nie wieder zu erleben gewesen. Was die Aufnahme zudem zum Ereignis macht, ist dieser volksmusikalische Touch nicht nur in so manchen Songs, die auch aus Schauspielmusiken, Kantaten sowie der „Ode For St. Cecilia´s Day“ stammen. Die von Blockflötist Franҫois Lazarevitch geleiteten Musiciens de Saint-Julien spüren gleichermaßen in handverlesenen Instrumentalstücken etwa den keltischen und schottischen Wurzeln in Purcells Musik luftig pastoral und mit ansteckender Musizierlaune nach. Tim Mead und seine französischen Musikerfreunde – was für eine Purcell-Connection!

Guido Fischer, 27.10.2018



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